Während der Konzernumbau läuft, setzt Evonik heute auf der PCHi 2026 in Hangzhou zum Angriff an — mit einem globalen Produktlaunch im Beauty-Segment und einer strukturellen Investition in den chinesischen Wachstumsmarkt. Gleichzeitig weitet der Essener Spezialchemiekonzern sein Nordamerika-Geschäft aus. Offensive auf zwei Fronten, mitten in der Restrukturierung.

Ceramide, Biosurfactants und ein neues Innovationszentrum

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht SPHINOX® Vively — ein Ceramid-Produkt, das Biotechnologie mit Hautpflegeinnovation verbindet und heute seinen weltweiten Erstauftritt feiert. Ergänzt wird der Launch durch die „Cosmetic Drone" X50 NeoSyno-Col®, ein Wirkstoffzuführungssystem, das gezielt Fibroblasten anspricht und Hautelastizität verbessern soll.

China ist der weltweit zweitgrößte Kosmetikmarkt. Für Evonik geht es dort um mehr als Messepräsenz: Noch 2026 soll in Shanghai ein neues Asia Beauty Science & Innovation Center eröffnen, das maßgeschneiderte Entwicklungsservices für Kunden in der Region ermöglichen soll. Organisches Wachstum in strategischen Nischen bleibt Teil des Plans — auch wenn Evonik zuletzt sein Betaines-Geschäft in Indonesien veräußert und alle Akquisitionen bis 2027 pausiert hat.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evonik?

Parallel dazu erweitert der Konzern die Vertriebspartnerschaft mit dem Distributor IMCD auf die USA. Bislang galt die Vereinbarung für Specialty Methacrylates nur in Brasilien und Kanada. Über IMCDs Netzwerk sollen nun auch US-Kunden Zugang zu Evoniks VISIOMER®-Produktlinie erhalten — Spezialchemikalien für Beschichtungen, Klebstoffe und Verbundwerkstoffe.

ROCE von 6,1 Prozent — Ziel liegt bei 11 Prozent

Der finanzielle Kontext verdeutlicht, warum Tempo nötig ist. Das bereinigte EBITDA 2025 lag bei 1,87 Milliarden Euro, für 2026 erwartet Evonik einen Wert zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro. Der Return on Capital Employed lag 2025 bei 6,1 Prozent — nach 7,1 Prozent im Vorjahr. Das mittelfristige Ziel liegt bei 11 Prozent. Die Lücke ist erheblich.

Das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made" soll bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von rund 400 Millionen Euro bringen, überwiegend durch den Abbau von bis zu 2.000 Stellen weltweit. Bei der Dividende vollzieht der Vorstand ebenfalls einen Kurswechsel: Statt der bisherigen Kontinuitätspolitik sollen künftig 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettogewinns ausgeschüttet werden. Für 2025 sind 1,00 Euro je Aktie vorgesehen — nach 1,17 Euro im Vorjahr.

Die Aktie notiert rund 35 Prozent unter ihrem Jahreshoch vom März 2025. Der RSI von 20 signalisiert eine stark überverkaufte Lage. Ob die strategischen Weichenstellungen in China und den USA die Bewertungslücke mittelfristig schließen können, hängt davon ab, wie schnell die neue Segmentstruktur — „Custom Solutions" und „Advanced Technologies" mit je rund 6 Milliarden Euro Jahresumsatz — messbare Renditefortschritte liefert.

Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 18. März liefert die Antwort:

Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...