Während die Gewerkschaften aktuell in Bad Breisig um höhere Löhne für die Chemieindustrie ringen, erhält Evonik unerwarteten Rückenwind von Analystenseite. Die britische Investmentbank Barclays stuft das Papier hoch und verweist auf eine überraschende Stärke in einem bisherigen Sorgen-Segment. Damit ergibt sich ein spannender Kontrast zwischen drohenden Kostensprüngen und neu gewonnener Preismacht.

Methionin als unerwarteter Ertragsbringer

Im Zentrum der Aufwertung steht der Markt für das Futtereiweiß Methionin. Lieferunterbrechungen im asiatischen Raum, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, lenken die Nachfrage zunehmend auf europäische Kapazitäten. Als Weltmarktführer in diesem Bereich nutzte das Essener Unternehmen die Gunst der Stunde und setzte eine globale Preiserhöhung von zehn Prozent für sein Produkt MetAMINO durch. Analyst Anil Shenoy von Barclays honorierte diese Entwicklung am Dienstag mit einer Hochstufung auf „Overweight“ und hob das Kursziel von 16 auf 17 Euro an.

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Die Aktie, die gestern bei 14,81 Euro aus dem Handel ging, verzeichnete seit Jahresbeginn bereits ein Plus von rund 11 Prozent. Ein aktueller RSI-Wert von 28,9 signalisiert zudem eine technisch überverkaufte Situation, was den optimistischen Ausblick der Analysten kurzfristig stützen könnte.

Effizienzprogramm trifft auf Tarifrunde

Auf der Kostenseite bläst dem Spezialchemiekonzern allerdings Gegenwind ins Gesicht. Die laufende dritte Tarifrunde zwischen dem Arbeitgeberverband BAVC und der IGBCE betrifft die Essener direkt. Das Management treibt derzeit das Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ voran, welches bis Ende 2026 jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro generieren soll. Da 80 Prozent dieser Summe durch den Abbau von weltweit 2.000 Stellen erreicht werden, würde ein hoher Tarifabschluss die mühsam erkämpften Effizienzgewinne spürbar belasten.

Operativ lieferte der Konzern zuletzt eine solide Basis: Das Geschäftsjahr 2025 endete mit einem bereinigten EBITDA von 1,87 Milliarden Euro und einem starken freien Cashflow von 695 Millionen Euro. Für das laufende Jahr peilt das Management ein operatives Ergebnis zwischen 1,7 und 2,0 Milliarden Euro an.

Ab dem Geschäftsjahr 2026 greift zudem eine neue Dividendenpolitik mit einer Ausschüttungsquote von 40 bis 60 Prozent des bereinigten Nettoergebnisses. Um die Kapitalrendite von zuletzt mageren 6,1 Prozent auf das mittelfristige Ziel von 11 Prozent zu heben, bedarf es nun eines moderaten Tarifabschlusses in Bad Breisig sowie der planmäßigen Umsetzung des globalen Stellenabbaus.

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