Ein Analysten-Upgrade sorgt bei dem Spezialchemiekonzern für frischen Optimismus. Während Barclays das Kursziel aufgrund steigender Produktpreise anhebt, droht an anderer Stelle ein handfester Gegenwind. Die heute fortgesetzten Tarifverhandlungen der Chemieindustrie greifen direkt in das ambitionierte Sparprogramm des Unternehmens ein.

Verantwortlich für die positive Einschätzung der britischen Investmentbank ist eine Trendwende am Markt für das Futtereiweiß Methionin. Lieferengpässe in Nahost haben das Angebot verknappt, woraufhin Evonik eine sofortige Preiserhöhung von zehn Prozent für sein Produkt MetAMINO durchsetzte. Analyst Anil Shenoy hob das Votum für die Papiere folglich auf „Overweight“ an und sieht das neue Kursziel bei 17 Euro. Mit einem aktuellen Kurs von 14,69 Euro spiegelt die Aktie diese Fantasie noch nicht vollständig wider, verzeichnet aber seit Jahresbeginn bereits ein solides Plus von gut zehn Prozent.

Gefahr für das Sparprogramm

Parallel zu den positiven operativen Signalen läuft ein entscheidender Termin für die Kostenseite. In Bad Breisig verhandeln Arbeitgeber und Gewerkschaften am 24. und 25. März in der dritten Runde über die Tarife für 585.000 Beschäftigte der deutschen Chemieindustrie.

Für Evonik steht dabei viel auf dem Spiel. Das laufende Transformationsprogramm „Evonik Tailor Made“ zielt auf jährliche Einsparungen von 400 Millionen Euro ab, maßgeblich getrieben durch den Abbau von weltweit 2.000 Stellen. Ein überproportional hoher Tarifabschluss würde diesen Hebel direkt abschwächen und die Margenperspektive mittelfristig belasten.

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Neuausrichtung der Dividende

Neben dem Kostenmanagement treibt der Konzern auch seine finanzielle Struktur voran. Auf der Hauptversammlung im Juni soll für das Übergangsjahr 2025 eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorgeschlagen werden. Künftig plant das Management, zwischen 40 und 60 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses auszuschütten, um die finanzielle Flexibilität zu erhöhen. Gleichzeitig bleibt der wichtige Posten des Finanzvorstands vorerst vakant und soll bis spätestens Mitte 2026 neu besetzt werden.

Am 8. Mai liefert die Vorlage der Ergebnisse für das erste Quartal harte Fakten darüber, wie stark die gestiegenen Methionin-Preise bereits auf das Zahlenwerk durchschlagen. Bis zu diesem Termin wird ein Abschluss der laufenden Tarifrunde Klarheit darüber schaffen, wie belastbar die Einsparziele des Konzerns in der Praxis tatsächlich sind.

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