Evonik Aktie: SYNEQT-Start verpufft
Evonik hat zum Jahreswechsel einen Milliarden-Umsatzblock aus dem Konzern herausgelöst. Die neue Infrastruktur-Tochter SYNEQT könnte den Weg für Kapitalmaßnahmen ebnen – doch an der Börse bleibt das Echo verhalten. Die Aktie notiert nahe dem Jahrestief.
Die wichtigsten Fakten:
- Umsatzvolumen SYNEQT: 1,8 Milliarden Euro (Basis 2024)
- Mitarbeiter: 3.500 Beschäftigte wechselten in die neue GmbH
- Aktienkurs: 13,31 Euro (Freitag, -40% unter 52-Wochen-Hoch)
- Analystenziel UBS: 13 Euro (Neutral)
- RSI (14 Tage): 15,8 – deutlich überverkauft
Infrastruktur-Riese wird eigenständig
Seit dem 1. Januar operiert die Infrastruktursparte als rechtlich eigenständige Einheit. SYNEQT bündelt alle Dienstleistungen an den Standorten Marl und Wesseling – von Energieversorgung über Logistik bis zur Werkssicherheit. Mit diesem Schritt macht Evonik einen gewaltigen Umsatzblock transparent, der bisher in der Konzernbilanz verrechnet war.
Die Ausgliederung schafft eine klare Trennung: Hier das volatile Chemie-Kerngeschäft, dort die stabile, cashflow-starke Infrastruktur. Für Vorstandschef Christian Kullmann ist der "Carve-out" Teil des Effizienzprogramms "Evonik Tailor Made". Die neue Struktur beseitigt operative Verflechtungen, die bislang strategische Optionen blockierten.
Drei Szenarien für die Monetarisierung
Die Eigenständigkeit von SYNEQT eröffnet Evonik mehrere Handlungsoptionen. Ein Teilverkauf an Finanzinvestoren gilt als wahrscheinlich – Infrastruktur-Assets sind bei Private-Equity-Fonds wegen stabiler Renditen begehrt. Alternativ könnte Evonik Joint-Venture-Partner aufnehmen oder einen kompletten Exit vorbereiten. Letzterer würde Milliarden in die Kassen spülen.
Die Flexibilität ist da. Nun muss das Management beweisen, dass diese auch zeitnah in messbaren Shareholder Value umgemünzt wird. Konkrete Ankündigungen stehen bislang aus.
Analysten bleiben auf der Bremse
Die UBS senkte ihr Kursziel von 14 auf 13 Euro und bestätigte "Neutral". JPMorgan sieht mit einem Ziel von 14 Euro ebenfalls kaum Luft nach oben. Die Begründung: anhaltende Nachfrageschwäche in der Chemiebranche und unsichere konjunkturelle Aussichten für 2026.
Technisch befindet sich die Aktie in einem klaren Abwärtstrend. Der RSI von 15,8 signalisiert zwar eine überverkaufte Situation, doch ohne positive Impulse fehlt der Katalysator für eine Bodenbildung.
Bewährungsprobe läuft
Der Start von SYNEQT ist ein operativer Meilenstein, aber kein automatischer Kurstreiber. Investoren warten auf konkrete Nachrichten über einen Einstieg externer Partner oder handfeste Monetarisierungspläne. Bis dahin bleibt das Papier ein klassischer Restrukturierungsfall, bei dem Geduld gefragt ist. Die nächsten Quartalszahlen – voraussichtlich Ende Februar – könnten erste Hinweise auf die Bewertung der neuen Tochter liefern.
Evonik-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evonik-Analyse vom 04. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Evonik-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evonik-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Evonik: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








