Evonik setzt operative Akzente — mit recyceltem Hochleistungskunststoff für die Optikindustrie und einem erweiterten Vertriebsnetz in den USA. Beide Maßnahmen passen zur strategischen Fokussierung auf margenstarke Spezialanwendungen. Ob sie ausreichen, um den Kurs zu stabilisieren, ist eine andere Frage: Seit zwölf Monaten hat die Aktie rund ein Drittel ihres Wertes verloren.

Brillenabfälle als Rohstoff

Im Rahmen seines „Circular Plastics Programme" bringt Evonik das Produkt TROGAMID R auf den Markt — ein transparentes Hochleistungspolyamid, das aus Schnittabfällen der Brillenglasproduktion gewonnen wird. Der Partner ist das italienische Unternehmen Poliplastic SRL, das die anfallenden Polyamid-Splitter zu hochwertigem Granulat aufbereitet. Dieses Material fließt direkt zurück in die Fertigung neuer Brillenfassungen.

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Erste Abnehmerin ist die italienische Marke Nylo Zero, die das recycelte Material exklusiv für ihre Linien Milano und Roma einsetzt. Das schließt einen bislang offenen Materialkreislauf innerhalb der optischen Kunststoff-Wertschöpfungskette — und ergänzt das bereits bestehende TROGAMID eCO, das über einen Massenbilanzansatz zu großen Teilen aus biobasierten Rohstoffen besteht.

US-Markt: Vertriebspartner übernimmt

Parallel weitet Evonik seine Zusammenarbeit mit dem Spezialchemie-Distributor IMCD auf die USA aus. Bislang war die Partnerschaft auf Brasilien und Kanada beschränkt; künftig vertreibt IMCD das Visiomer-Portfolio für Spezialmethacrylate auch an amerikanische Formulierer. Die Anwendungsfelder reichen von Beschichtungen und Klebstoffen über Dichtstoffe bis hin zu Verbundwerkstoffen.

Die Auslagerung des US-Vertriebs an einen etablierten Partner zielt darauf ab, Kunden schneller mit anwendungsspezifischem Know-how zu versorgen — ohne eigene Vertriebskapazitäten aufzubauen.

Kurs weit unter Jahreshoch

Strategisch kohärent, kurstechnisch ernüchternd: Mit rund 14,33 Euro notiert die Aktie noch immer deutlich unterhalb des 200-Tage-Durchschnitts von 15,01 Euro. Vom 52-Wochen-Hoch bei 22,26 Euro ist sie weit entfernt. Operative Einzelschritte wie die heutigen Ankündigungen dürften das Bild erst dann verändern, wenn sie sich in konkreten Margenverbesserungen niederschlagen — erwartet werden dazu weitere Einblicke bei den nächsten Quartalszahlen.

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