Der Silbermarkt steht unter Druck aus zwei Richtungen gleichzeitig. Heute begann die zweitägige FOMC-Sitzung der US-Notenbank — und zeitgleich kämpft die COMEX mit einer physischen Liefersituation, die historisch beispiellos ist. Der Preis fiel am Dienstag leicht auf 80,62 Dollar je Feinunze, liegt aber seit Jahresbeginn noch rund 13 Prozent im Plus.

COMEX: Rekordlieferquote in 60 Tagen

Das strukturelle Problem an der COMEX hat sich verschärft. Die registrierten Bestände — also jenes Metall, das tatsächlich für Lieferung bereitsteht — sanken bis Ende Februar auf rund 86,1 Millionen Unzen, ein Rückgang von 31 Prozent innerhalb weniger Monate. Zum First Notice Day des März-Kontrakts wurden Lieferanzeigen für rund 52,6 Millionen Unzen gestellt, mehr als 60 Prozent der gesamten registrierten Bestände. In nur 60 Tagen lieferte die COMEX damit 86,4 Prozent ihrer registrierten Reserven aus — die höchste Zwei-Monats-Quote in der Geschichte der Börse.

Chinas Exportkontrollen für raffiniertes Silber, seit dem 1. Januar 2026 in Kraft, verschärfen die Lage weiter. Sie haben traditionelle Arbitragerouten gekappt und an der Shanghaier Goldbörse eine anhaltende Prämie von 8 bis 13 Dollar je Unze gegenüber New Yorker Preisen erzeugt. Physisches Metall wandert seither aus westlichen Lagern in asiatische Hubs. Industrielle Abnehmer reagieren, indem sie Liefermengen zunehmend direkt bei Minenbetreibern sichern — was den für die Börsenabwicklung verfügbaren Metallpool weiter schrumpfen lässt.

Geldpolitik als kurzfristiger Richtungsgeber

Der FOMC-Entscheid folgt morgen, dem 18. März, um 14:00 Uhr Eastern Time. Nach drei aufeinanderfolgenden Zinssenkungen um je einen Viertelpunkt Ende 2025 rechnen die Märkte laut CME FedWatch mit über 92-prozentiger Wahrscheinlichkeit mit einer unveränderten Rate. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem quartalsweise veröffentlichten Dot Plot, der zeigen wird, wo die FOMC-Mitglieder Zinsen und Inflation bis Ende 2026 erwarten — und wie stark die Nahost-Eskalation die Inflationseinschätzung der Fed beeinflusst.

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Als zinsloser Vermögenswert reagiert Silber sensibel auf geldpolitische Signale. Ein hawkisher Dot Plot, der weniger Zinssenkungen für 2026 signalisiert als bisher erwartet, dürfte den Preis belasten.

Strukturelles Defizit stützt den Boden

Jenseits des kurzfristigen Rauschens bleibt das fundamentale Bild angespannt. 2026 soll das sechste Jahr in Folge sein, in dem die industrielle Nachfrage das Minenangebot übersteigt — ein prognostiziertes Defizit von 67 Millionen Unzen. Die Photovoltaikindustrie allein verbraucht schätzungsweise über 230 Millionen Unzen jährlich. Da der Großteil des Silbers als Nebenprodukt der Kupfer- und Zinkförderung anfällt, reagiert das Angebot kaum auf steigende Preise.

J.P. Morgan setzt das Jahresdurchschnitts-Kursziel für 2026 bei 81 Dollar je Unze an — mehr als doppelt so hoch wie der Jahresdurchschnitt 2025. Commodity-Stratege Gregory Shearer nennt strukturelle Defizite, durch Section-232-Zölle verursachte Lagerbestandsverwerfungen sowie starke chinesische und indische Nachfrage als tragende Säulen. Die Bank of America skizziert in einem Szenariorahmen eine Spanne von 135 bis 309 Dollar — wobei ein konjunktureller Einbruch, der die Industrienachfrage dämpft, als zentrales Abwärtsrisiko gilt.

Der morgige Dot Plot dürfte kurzfristig den Ausschlag geben — ob die strukturellen Defizite und der physische Lieferdruck mittelfristig schwerer wiegen, wird sich an der Reaktion auf das FOMC-Statement ablesen lassen.

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