Evonik Aktie: Kollateralschaden
Der Chemiesektor erlebt einen brutalen Tag. Während Evonik im Geschäftsjahr 2025 seine Prognose für den operativen Gewinn erreichte und ein bereinigtes EBITDA von 1,87 Milliarden Euro vorlegte, schlagen heute ganz andere Faktoren zu Buche. Die Aktie sackt heute um über 8 Prozent ab – Schuld ist die Eskalation im Nahen Osten.
Gaspreise auf Drei-Jahres-Hoch
Die militärischen Schläge der USA und Israels gegen den Iran haben seit dem Wochenende die europäischen Gaspreise dramatisch in die Höhe getrieben. Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF kletterte auf den höchsten Stand seit drei Jahren. Verantwortlich dafür: Katar hat die Lieferung von Flüssiggas gestoppt, und die strategisch wichtige Straße von Hormus gilt als unsicher.
Für energieintensive Chemiekonzerne wie Evonik, BASF oder Lanxess ist das Gift. James Hooper von Bernstein Research warnt deutlich: Steigende Energiepreise fressen direkt die Margen auf. Sein Kollege Sebastian Bray von Berenberg rechnet allein für BASF mit einem Gasverbrauch von rund 30 Terrawattstunden pro Jahr – bei den aktuellen Preisen eine gewaltige Belastung.
Doppeltes Dilemma für die Branche
Doch es kommt noch dicker. Hooper befürchtet, dass anhaltend hohe Energiekosten auch die Konsumlaune bremsen werden. Genau die braucht die Chemieindustrie aber dringend für eine Nachfrageerholung, auf die viele Unternehmen seit Monaten setzen. Ein klassisches Dilemma: Die ohnehin kriselnde Branche wird von beiden Seiten in die Zange genommen.
Im MDAX gehören die Chemiewerte heute zu den größten Verlierern. Neben Evonik verlieren auch Wacker Chemie und Lanxess zwischen 5,6 und 8,4 Prozent. Im DAX trifft es BASF mit knapp 5 Prozent und Bayer mit fast 4 Prozent Minus.
Wenige Lichtblicke
Etwas besser halten sich die Aktien von K+S und Air Liquide mit Verlusten unter 1,6 Prozent. Hooper sieht Unternehmen aus dem Gasebereich wegen ihres defensiveren Charakters aktuell als relative Branchenfavoriten. Vereinzelt gebe es sogar Profiteure – etwa Produzenten von Harnstoff und Ammoniak, die normalerweise mit iranischer Konkurrenz kämpfen.
Für Evonik bleibt die Lage angespannt. Zwar bestätigte das Management den Ausblick für 2026, doch die geopolitischen Verwerfungen könnten diese Planungen schnell zur Makulatur machen. Solange die Lage am Golf unsicher bleibt, dürften die Bären das Sagen behalten.
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