Am 23. Februar 2026 erlebte IBM den schlimmsten Handelstag seit 25 Jahren. Die Aktie brach um 13 Prozent ein, über 31 Milliarden Dollar Marktwert wurden vernichtet. Der Auslöser: Ein Blogpost des KI-Start-ups Anthropic, das behauptete, sein Tool Claude Code könne die veraltete Programmiersprache COBOL modernisieren – das Herzstück von IBMs lukrativem Mainframe- und Beratungsgeschäft.

Die COBOL-Bedrohung

COBOL, entwickelt in den späten 1950er Jahren, steckt noch heute in zahllosen Zahlungssystemen und Transaktionsplattformen. IBM verdient seit Jahrzehnten Milliarden mit der Wartung dieser Legacy-Systeme. Anthropic verspricht nun, dass Claude Code Abhängigkeiten kartieren, Workflows dokumentieren und Risiken identifizieren kann – Aufgaben, die bislang Monate hochprofitabler Beratungsarbeit erforderten.

Der Februar wurde für IBM zum Albtraum: Die Aktie verlor 27 Prozent – der größte Monatsverlust seit mindestens 1968, wie Bloomberg-Daten zeigen.

Analysten: Panik übertrieben

Die Investmentbanken Evercore und Jefferies hielten schnell dagegen. IBM biete längst eigene Modernisierungstools wie watsonx Code Assistant for Z. Zudem laufe der aktuelle z17-Mainframe-Zyklus besser als der Vorgänger z16 – ein Zeichen stabiler Kundennachfrage.

IBM selbst wies die Bedenken zurück. Rob Thomas, Senior Vice President, stellte klar: Der Wert der Mainframe-Plattform hänge nicht an COBOL. Ob eine Anwendung in COBOL, Java oder einer anderen Sprache geschrieben sei – die Garantien für Performance und Sicherheit bleibe dieselben.

Bundesauftrag und KI-Offensive

Parallel zum Kursrutsch sicherte sich IBM einen Großauftrag: 112 Millionen Dollar über fünf Jahre von der Defense Commissary Agency (DeCA) des Verteidigungsministeriums. IBM soll elektronische Preisschilder in 177 US-Militärläden modernisieren und in 58 Standorten weltweit neu installieren.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei IBM?

Zudem startete IBM seine erste Sprach-KI-Partnerschaft: Die Spracherkennungstechnologie von Deepgram wird in Watsonx Orchestrate integriert – ein Schritt, der IBMs Position in der KI-gestützten Workflow-Automatisierung stärkt.

Cybersecurity-Warnung: KI als Waffe

IBMs Sicherheitssparte veröffentlichte zeitgleich den X-Force Threat Intelligence Index 2026. Die Kernbotschaft: Cyberkriminelle nutzen KI-Tools, um Schwachstellen schneller denn je zu identifizieren. Angriffe auf öffentlich zugängliche Anwendungen stiegen um 44 Prozent, aktive Ransomware-Gruppen um 49 Prozent.

Besonders brisant: Über 300.000 ChatGPT-Zugangsdaten wurden 2025 durch Infostealer-Malware kompromittiert. Die Anzahl großer Lieferketten-Angriffe vervierfachte sich seit 2020.

Starke Zahlen im Hintergrund

Die jüngste Volatilität steht im Kontrast zu IBMs solider Geschäftsentwicklung. Im vierten Quartal 2025 kletterte der Umsatz um 12 Prozent auf 19,69 Milliarden Dollar – das stärkste Wachstum seit Jahren. Das Software-Segment legte um 14 Prozent zu, Infrastructure um 21 Prozent, angetrieben von einem 67-prozentigen Wachstum der Mainframe-Linie IBM Z.

Für das Gesamtjahr 2025 erwirtschaftete IBM einen freien Cashflow von 14,7 Milliarden Dollar – ein Plus von 16 Prozent. Das Auftragsvolumen im Bereich generative KI überstieg 12,5 Milliarden Dollar.

Für 2026 prognostiziert IBM ein Umsatzwachstum von über 5 Prozent, 10 Prozent Expansion im Software-Segment und einen freien Cashflow von 15,7 Milliarden Dollar.

Wettlauf gegen die Zeit

IBM steht exemplarisch für die Zerreißprobe der Enterprise-Tech-Branche. Einerseits wächst das KI- und Hybrid-Cloud-Geschäft robust, andererseits droht KI das traditionelle Beratungsgeschäft zu kannibalisieren. Das Consulting-Segment legte zuletzt nur um 3 Prozent zu – sollten Kunden Modernisierungsprojekte zunehmend an KI-Tools statt an IBM-Berater vergeben, könnte das ein Fünf-Milliarden-Dollar-Segment pro Quartal treffen.

Am 5. März 2026 findet der IBM Quantum Day statt. Die institutionelle Beteiligung liegt stabil bei knapp 59 Prozent. Die Dividendenrendite von rund 3 Prozent dürfte konservative Investoren weiter an Bord halten.

IBM-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue IBM-Analyse vom 04. März liefert die Antwort:

Die neusten IBM-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für IBM-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

IBM: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...