Evonik Aktie: Entscheidungstage
Bei Evonik verdichten sich gleich mehrere Themen zu einem unangenehmen Mix: Der Chemie-Tarifstreit geht in die Verlängerung – und in wenigen Tagen kommen die finalen Jahreszahlen für 2025. Gleichzeitig versucht der Konzern, mit Sparprogramm und neuer Dividendenlogik mehr Spielraum zu gewinnen. Kann Evonik damit in einem schwierigen Branchenumfeld wieder Vertrauen aufbauen?
Auch am Markt ist die Nervosität spürbar: Heute notiert die Aktie bei 14,66 Euro (-2,07%). Auf 12-Monats-Sicht steht dennoch ein deutliches Minus von 23,51% zu Buche.
Tarifverhandlungen: Kostenfaktor bleibt offen
Die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte der Chemie- und Pharmaindustrie in Deutschland sind auch in der zweiten Runde ohne Ergebnis geblieben. IG BCE und Arbeitgeberverband BAVC vertagten die Gespräche nach einem Treffen in Wiesbaden. Weiter geht es am 24. und 25. März in Bad Breisig.
Der Konflikt trifft eine Branche, die laut Arbeitgeberseite mit mehreren Belastungen kämpft: hohe Energiepreise, Konjunkturflaute, US-Zölle und Überkapazitäten am Weltmarkt. Während die Pharmaindustrie im vergangenen Jahr wuchs, bleibt die klassische Chemie in der Flaute. Dazu passt: Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus – eine Einigung würde damit auch zeitlich drängen.
Jahreszahlen am 4. März: Dividende gekürzt, Ausblick wichtig
Für Aktionäre steht schon vorher der nächste Fixpunkt im Kalender: Am 4. März 2026 veröffentlicht Evonik die vollständigen Jahresergebnisse 2025. Eckdaten sind bereits bekannt: Der Umsatz lag mit rund 14,1 Mrd. Euro etwa sieben Prozent unter Vorjahr, das bereinigte EBITDA bei 1,874 Mrd. Euro. Unterm Strich meldete Evonik für 2025 einen Nettogewinn von 265 Mio. Euro (Vorjahr: 222 Mio. Euro).
Ein zentraler Punkt war zuletzt die Dividende: Für 2025 soll sie auf 1,00 Euro je Aktie sinken (zuvor 1,17 Euro). Ab dem Geschäftsjahr 2026 plant Evonik eine Ausschüttung von 40 bis 60% des bereinigten Konzernergebnisses – mit dem Ziel, die finanzielle Flexibilität zu erhöhen.
Umbau läuft: Sparprogramm und EBITDA-Spanne für 2026
Parallel treibt Evonik den Umbau weiter. Das Effizienzprogramm „Evonik Tailor Made“ soll auch 2026 Kosten senken; geplant ist der Abbau von bis zu 2.000 Stellen.
Beim Ausblick bleibt der Rahmen zunächst breit: Für 2026 erwartet Evonik ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,7 und 2,0 Mrd. Euro. Der Titel wirkt charttechnisch angeschlagen: Der Kurs liegt unter dem 200-Tage-Durchschnitt (15,27 Euro), gleichzeitig signalisiert der RSI von 15,8 eine stark überverkaufte Lage.
Am 4. März dürfte sich entscheiden, ob der Konzern mit dem Jahresbericht – inklusive konkreter Aussagen zu Ausblick, Portfolio und Profitabilität – die neue Dividendenpolitik und den Umbau als belastbare Linie verkauft oder ob das schwierige Branchenumfeld die Aktie weiter ausbremst.
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