Evonik Aktie: Zähes Ringen
Die Unsicherheit in der deutschen Chemiebranche hält an. Am heutigen Dienstag wurden die Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte ergebnislos vertagt, was die operativen Rahmenbedingungen für Konzerne wie Evonik weiter erschwert. Während Gewerkschaften auf Inflationsausgleich pochen, warnt die Arbeitgeberseite vor einer tiefgreifenden Strukturkrise. Doch inmitten des Tarifkonflikts gibt es für den Essener Konzern auch positive Signale aus Berlin und der eigenen Bilanz.
Stillstand am Verhandlungstisch
In der zweiten Runde der Tarifgespräche fanden die Industriegewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC keinen gemeinsamen Nenner. Die Positionen liegen weit auseinander: Die Gewerkschaft fordert angesichts gesunkener Reallöhne spürbare Erhöhungen, während die Arbeitgeber auf einen massiven Produktionseinbruch von 20 Prozent gegenüber 2018 verweisen.
Für Evonik bedeutet die Vertagung auf Ende März eine verlängerte Phase der Unklarheit über die künftige Kostenstruktur. Die Branche kämpft weiterhin mit hohen Energiepreisen und einer konjunkturellen Flaute, weshalb der finanzielle Verteilungsspielraum nach Arbeitgeberangaben kaum vorhanden ist.
Politische Schützenhilfe
Während die Gespräche stocken, kommt Unterstützung von staatlicher Seite. Das Bundesumweltministerium kündigte heute an, die Strompreiskompensation für das Jahr 2025 rückwirkend von 75 auf 80 Prozent zu erhöhen. Diese Maßnahme entlastet energieintensive Unternehmen mit einem Volumen von rund einer Milliarde Euro.
Zusätzlich sollen Änderungen im Emissionshandel spezifische Nachteile für Branchen mit geringem Zugang zu Biomasse abfedern. Für Evonik ist dies ein wichtiger Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Standorten mit deutlich günstigeren Energiekosten, wie den USA, zumindest teilweise zu sichern.
Konzern baut Schulden ab
Ungeachtet des schwierigen Marktumfelds treibt das Management die interne Konsolidierung voran. Die Nettoverschuldung konnte im Jahresvergleich um über fünf Prozent auf 3,32 Milliarden Euro gesenkt werden. Diese Disziplin wird auch am Markt registriert: Die Aktie notiert aktuell bei 15,34 Euro und liegt damit knapp über dem wichtigen 200-Tage-Durchschnitt von 15,33 Euro. Seit Jahresbeginn verzeichnet das Papier ein Plus von gut 15 Prozent, was das grundsätzliche Vertrauen der Anleger in den Sanierungskurs unterstreicht.
Die nächste entscheidende Wegmarke steht am 24. und 25. März in Bad Breisig an, wenn die Tarifparteien einen erneuten Einigungsversuch unternehmen. Bis dahin profitieren Unternehmen wie Evonik zwar von der staatlichen Entlastung, doch die langfristige Kostenbasis entscheidet sich erst am Verhandlungstisch.
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