Evonik Aktie: Droht die Dividendenkürzung?
Anleger von Evonik brauchen derzeit starke Nerven. Während Teile der Analystenzunft eine Bodenbildung erkennen, warnt die Privatbank Berenberg vor drastischen Einschnitten, die das Portfolio der Aktionäre empfindlich treffen könnten. Im Zentrum der Sorge stehen eine mögliche Halbierung der Ausschüttung und der anhaltende Preisdruck im Kerngeschäft.
- Berenberg: Abstufung auf "Sell" mit Kursziel 11,60 Euro.
- Morgan Stanley: Hochstufung auf "Equal-weight" mit Kursziel 14,70 Euro.
- Strategie: Neue Infrastruktur-Sparte SYNEQT startete am 1. Januar.
Analysten warnen vor Abwärtsspirale
Das dominante Thema am heutigen Handelstag ist die skeptische Haltung der Privatbank Berenberg. Die Experten revidierten ihre Einschätzung radikal und stuften den Titel von "Hold" auf "Sell" herab. Das neue Kursziel von 11,60 Euro impliziert deutliches Abwärtspotenzial gegenüber dem aktuellen Kurs von 13,35 Euro, der heute bereits um 1,55 % nachgab.
Als Hauptgrund für den Pessimismus führen die Analysten den anhaltenden Preisdruck an, insbesondere beim Tierfuttereiweiß Methionin. Die bisherigen Sparmaßnahmen reichen nach Einschätzung der Bank nicht aus. Um die Bilanz zu stabilisieren, bringen die Experten schmerzhafte Schritte ins Spiel: Eine Kürzung der Dividende um mehr als die Hälfte sowie den beschleunigten Verkauf von Unternehmensteilen wie dem C4-Verbund oder Infrastruktur-Assets.
Geteiltes Echo am Markt
Die Lage ist jedoch keineswegs eindeutig. Fast zeitgleich zur Warnung von Berenberg sendet die US-Investmentbank Morgan Stanley positive Signale. Die Analysten gaben ihre pessimistische Haltung ("Underweight") auf und stuften die Aktie zu Wochenbeginn auf "Equal-weight" hoch. Mit einem Kursziel von 14,70 Euro argumentieren sie, dass negative Szenarien nach dem Kursrutsch der letzten Monate weitgehend eingepreist seien.
Der Blick auf die Charttechnik unterstreicht die Nervosität: Mit 13,35 Euro notiert die Aktie nur knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 12,83 Euro, das erst Anfang Dezember markiert wurde. Die Deutsche Bank positioniert sich in diesem Spannungsfeld neutral und bestätigte gestern ihr "Hold"-Votum mit einem Ziel von 13,00 Euro.
Sektordruck und interne Neuaufstellung
Dass die Vorsicht der Bären begründet ist, zeigt das schwierige Marktumfeld. Die Insolvenz der deutschen Töchter des Konkurrenten Domo Chemicals Ende Dezember verdeutlicht den Stress in der europäischen Chemiebranche durch hohe Energiekosten und schwache Nachfrage.
Einen operativen Lichtblick gibt es indes bei der Konzernstruktur. Zum Jahreswechsel hat die neue Tochtergesellschaft SYNEQT ihren Betrieb aufgenommen. In dieser Einheit bündelt der Konzern Infrastrukturaktivitäten mit rund 1,8 Milliarden Euro Umsatz. Dieser Schritt ist die Voraussetzung, um – wie von Kritikern gefordert – Kapital durch Verkäufe oder Partnerschaften freizusetzen.
Fazit: Handlungsdruck steigt
Die Diskrepanz zwischen den Analystenzielen von 11,60 Euro und 14,70 Euro zeigt die hohe Unsicherheit über die zukünftige Ertragskraft des Chemiekonzerns. Für das Management erhöht sich durch die jüngsten Kommentare der Druck, die neu geschaffene Transaktionsfähigkeit der SYNEQT-Sparte zügig für wertsteigernde Maßnahmen zu nutzen und so den Ängsten vor einer Dividendenkürzung entgegenzuwirken.
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