Eutelsat Aktie: Geplatzter Deal belastet
Der europäische Satellitenbetreiber muss seine Finanzplanung kurzfristig korrigieren. Nachdem der Verkauf der Bodeninfrastruktur an den Investor EQT gescheitert ist, fehlen Eutelsat sicher geglaubte Nettoerlöse in Höhe von 550 Millionen Euro. Dies treibt die Verschuldungsprognose nach oben, während das Unternehmen gleichzeitig Milliarden in die Erneuerung der OneWeb-Flotte investiert.
Infrastruktur-Verkauf gescheitert
Die geplante Veräußerung der passiven Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure VI ist Ende Januar endgültig vom Tisch. Obwohl Eutelsat den Deal fest eingeplant hatte, wurden die aufschiebenden Bedingungen nicht erfüllt. Marktbeobachter führen dies auf eine Blockade durch die französische Regierung aus Gründen der nationalen Sicherheit zurück.
Die finanziellen Folgen sind unmittelbar spürbar: Ohne die 550 Millionen Euro passt das Management die Prognose für die Nettoverschuldung im Verhältnis zum EBITDA zum Ende des Geschäftsjahres 2025-26 von 2,5x auf 2,7x an. Dennoch betont das Unternehmen, dass die Finanzierung strategischer Investitionen gesichert sei. Ein Lichtblick ist die angehobene Prognose für die EBITDA-Marge, die im Geschäftsjahr 2028-29 nun bei 65 Prozent liegen soll – fünf Prozentpunkte höher als zuvor kalkuliert.
Milliarden-Investition in Satelliten
Ungeachtet des Rückschlags treibt Eutelsat die technische Erneuerung voran. Das Unternehmen vergab einen Großauftrag über 340 LEO-Satelliten an Airbus Defence and Space. Zusammen mit einer vorangegangenen Bestellung umfasst das Volumen 440 Einheiten, die ab Ende 2026 ausgeliefert werden sollen.
Diese neuen Satelliten ersetzen ältere Einheiten der OneWeb-Konstellation und werden im Airbus-Werk in Toulouse gefertigt. Das Investitionsprogramm hat allerdings seinen Preis: Die Gesamtkosten für die Erweiterung zwischen 2024 und 2029 werden auf 2,0 bis 2,2 Milliarden Euro geschätzt.
Stabilität im Kerngeschäft
Operativ sorgt die Verlängerung der Partnerschaft mit der polnischen Polsat Plus Group für Planungssicherheit. Der Ende Januar unterzeichnete Vertrag sichert langfristig Kapazitäten auf der wichtigen HOTBIRD-Position. Die Zusammenarbeit besteht bereits seit 1992 und ist essenziell für die Reichweite im europäischen TV-Markt, wo Eutelsat über 130 Millionen Haushalte erreicht.
Die Fakten im Überblick
- Rückschlag: Verkauf an EQT gescheitert, 550 Mio. Euro fehlen.
- Verschuldung: Prognose für Nettoverschuldung/EBITDA steigt auf 2,7x.
- Investition: 340 neue Satelliten bei Airbus bestellt.
- Bestandskunde: Polsat-Vertrag langfristig verlängert.
Am kommenden Freitag, den 13. Februar 2026, legt Eutelsat die Ergebnisse für das zweite Quartal vor. In diesem Rahmen wird das Management konkret darlegen müssen, wie die Bilanzstruktur ohne die EQT-Erlöse gestärkt werden soll und ob die operative Performance im LEO- und Videogeschäft die gestiegene Verschuldungsquote ausgleichen kann.
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