Eutelsat Aktie: Gemischte Signale
Eutelsat liefert operativ gleich mehrere Nachrichten auf einmal: Ein wichtiger TV-Kunde verlängert seine Kapazitäten auf der HOTBIRD-Position, gleichzeitig bestellt der Konzern bei Airbus hunderte neue OneWeb-Satelliten. Doch auf der Finanzseite gibt es einen Dämpfer: Der geplante Verkauf passiver Bodeninfrastruktur an EQT ist geplatzt – und das wirkt direkt auf die Verschuldungsprognose.
Was überwiegt für die mittelfristige Planung: neue Verträge und Investitionen – oder der gescheiterte Deal?
HOTBIRD: Polsat verlängert langfristig
Gestern meldeten Eutelsat und die Polsat Plus Group die Verlängerung ihrer Zusammenarbeit. Der neue mehrjährige Multi-Transponder-Vertrag sichert Polsat weiterhin Kapazitäten auf der HOTBIRD-Satellitenposition bei 13° Ost.
Die Partnerschaft läuft bereits seit 1992 und zählt damit zu den langlebigsten Broadcast-Kooperationen in Europa. HOTBIRD erreicht laut Unternehmen über 130 Millionen Haushalte in Europa und speist Inhalte in rund 90% der Kabel-, IPTV- und DTT-Netzwerke ein. Laut Mitteilung soll die erneuerte Vereinbarung auch Raum für künftige Serviceinnovationen schaffen.
OneWeb: Airbus baut 340 weitere Satelliten
Bereits im Januar gab Eutelsat einen Großauftrag an Airbus Defence and Space: 340 zusätzliche LEO-Satelliten für OneWeb. Zusammen mit einer früheren Bestellung von 100 Satelliten aus Dezember 2024 steigt das Gesamtpaket damit auf 440 Einheiten.
Die Fertigung soll im Airbus-Werk in Toulouse erfolgen, der Lieferstart ist für Ende 2026 vorgesehen. Technisch plant Eutelsat Upgrades, unter anderem „fortschrittliche digitale Channelizer“, die die Onboard-Verarbeitungskapazitäten verbessern sollen. Hintergrund: Die OneWeb-Konstellation umfasst derzeit über 600 Satelliten; die neuen Einheiten sollen die Servicekontinuität sichern und Satelliten ersetzen, die ihr Lebensende erreichen.
EQT-Deal gescheitert: Prognose angepasst
Ein klarer Rückschlag kam ebenfalls Ende Januar: Eutelsat teilte mit, dass der geplante Verkauf passiver Bodeninfrastruktur an EQT Infrastructure VI nicht zustande kommt, weil erforderliche Vertragsbedingungen nicht erfüllt wurden.
Der erwartete Nettoerlös hätte bei rund 550 Mio. Euro gelegen. Gleichzeitig war für die geplante Servicevereinbarung ein jährlicher negativer Effekt auf das bereinigte EBITDA von 75 bis 80 Mio. Euro beziffert worden.
Nach dem Scheitern passte Eutelsat seine Prognose an: Das Verhältnis Nettoverschuldung zu EBITDA soll zum Ende des Geschäftsjahres 2025/26 nun bei etwa 2,7x liegen (zuvor 2,5x). Die EBITDA-Marge für 2028/29 prognostiziert das Unternehmen nun mit rund 65% (zuvor etwa 60%).
Die wichtigsten Fakten im Überblick
- Polsat-Vertrag: mehrjähriger Multi-Transponder-Vertrag auf HOTBIRD (13° Ost)
- HOTBIRD-Reichweite: über 130 Mio. Haushalte in Europa
- Airbus-Auftrag: 340 neue OneWeb-Satelliten (insgesamt 440 inkl. Dez. 2024)
- Lieferbeginn: Ende 2026
- EQT-Deal: geplanter Nettoerlös ca. 550 Mio. Euro, nicht zustande gekommen
- Verschuldungsquote (Net Debt/EBITDA): neu ca. 2,7x für GJ 2025/26 (zuvor 2,5x)
Unterm Strich stehen damit operative Fortschritte (Vertragsverlängerung, Flotten-Erneuerung) einem verpassten Mittelzufluss aus dem EQT-Deal gegenüber – sichtbar vor allem an der nach oben angepassten Verschuldungskennzahl für das laufende Geschäftsjahr.
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