Die französische Regierung hat den geplanten Verkauf kritischer Bodeninfrastruktur an den schwedischen Investor EQT verhindert. Für Eutelsat bedeutet das: 550 Millionen Euro weniger Cash – und ein deutlich höherer Schuldenstand als ursprünglich geplant.

Frankreich blockiert Infrastruktur-Verkauf

Der Deal sollte dem Satellitenbetreiber Nettoerlöse von rund 550 Millionen Euro bringen, fest eingeplant für den Schuldenabbau. Doch Finanzminister Roland Lescure stufte die Bodenstationen als „strategische Infrastruktur" für die nationale Souveränität ein und stoppte die Transaktion. EQT Infrastructure VI erfüllte die aufschiebenden Bedingungen nicht – die Veräußerung ist endgültig vom Tisch.

Eutelsat behält zwar die volle Kontrolle über sein passives Bodensegment, muss aber ohne die dringend benötigte Liquiditätsspritze auskommen.

Verschuldungsziel nach oben korrigiert

Die Konsequenzen zeigen sich direkt in den aktualisierten Finanzzielen für das Geschäftsjahr 2025/26:

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  • Verschuldungsgrad: Nettoverschuldung zu EBITDA steigt von 2,5x auf 2,7x
  • EBITDA-Marge 2028/29: Prognose erhöht auf rund 65 % (zuvor ca. 60 %), da Leasingkosten für externe Infrastruktur entfallen

Das Unternehmen betont, dass die Finanzierung strategischer Projekte – insbesondere der OneWeb-Ausbau – nicht gefährdet sei.

OneWeb-Offensive und US-Regierungsgeschäft

Trotz höherer Schuldenlast treibt Eutelsat die operative Expansion voran. Im Januar vergab der Konzern einen Großauftrag an Airbus Defence and Space: 340 zusätzliche Satelliten für die Low-Earth-Orbit-Flotte OneWeb. Die Investition ist entscheidend, um im Wettbewerb mit Starlink Boden gutzumachen.

Parallel stärkt Eutelsat seine Position im US-Verteidigungsmarkt. Die amerikanische Tochter Eutelsat Network Solutions holte den pensionierten US-Air-Force-General Jim Slife in den Vorstand – ein Signal für den Ausbau des Sicherheits- und Verteidigungsgeschäfts.

Was das für Anleger bedeutet

Der Wegfall der 550 Millionen Euro zwingt zu einer Neubewertung der Bilanzrisiken. Die höhere Verschuldungsprognose dürfte kurzfristig belasten, auch wenn der Erhalt der strategischen Infrastruktur langfristig operative Vorteile bieten kann. Entscheidend wird, ob das Wachstum der OneWeb-Sparte stark genug ausfällt, um die gestiegene Schuldenlast zu kompensieren. Die nächsten Quartalszahlen werden zeigen, ob der Plan aufgeht.

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