Deutsche Telekom Aktie: Rückkauf und Regulierung
Die Deutsche Telekom setzt 2026 konsequent auf Kapitalrückführung und muss sich zugleich auf ein neues EU-Regelwerk einstellen. Während der DAX-Konzern im großen Stil eigene Aktien vom Markt nimmt, stellt der Entwurf des Digital Networks Act die Weichen für den europäischen Telekommunikationsmarkt neu. Entscheidend wird nun, wie sich beides in den kommenden Monaten in den Zahlen und im Kurs niederschlägt.
Aktienrückkauf 2026: Milliardenprogramm läuft an
Seit dem Start des neuen Rückkaufprogramms am 5. Januar 2026 hat die Telekom bereits spürbar zugegriffen. Zwischen dem 19. und 23. Januar wurden über Xetra 1.665.194 Aktien zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 26,93 Euro erworben. Insgesamt summieren sich die Käufe seit Jahresbeginn auf 4.702.105 Aktien.
Der Rahmen ist klar definiert:
- Volumen des Rückkaufprogramms: bis zu 2 Milliarden Euro
- Laufzeit: bis Ende 2026
- Verwendung: überwiegend Einziehung, kleiner Teil für Management- und Mitarbeiterprogramme
Ziel ist vor allem, den Verwässerungseffekt der Kapitalerhöhung von 2021 zu begrenzen. Damals hatte die Telekom zur Finanzierung des Erwerbs weiterer T‑Mobile‑US‑Anteile neue Aktien ausgegeben. Das aktuelle Programm schließt damit direkt an das 2025 beendete Rückkaufprogramm an, in dessen Rahmen rund 65,4 Millionen Aktien ebenfalls für rund 2 Milliarden Euro erworben wurden.
Am Markt spiegelt sich dieser Kurs der Kapitalrückführung bislang eher nüchtern wider: Gestern schloss die Aktie bei 27,25 Euro und liegt damit rund 24 Prozent unter ihrem 52‑Wochen-Hoch von 35,78 Euro. Vom Tief bei 26,31 Euro hat sich der Kurs zuletzt nur leicht gelöst.
Neues EU-Regelwerk: Digital Networks Act im Fokus
Parallel zur Kapitalpolitik rückt die Regulierung stärker in den Vordergrund. Am 21. Januar 2026 hat die EU-Kommission den Entwurf des Digital Networks Act (DNA) vorgelegt. Das Gesetzesvorhaben soll den Telekommunikationssektor in Europa grundlegend neu ordnen und bietet für große Netzbetreiber Chancen und Herausforderungen zugleich.
Die wichtigsten DNA-Bausteine
Der Entwurf sieht mehrere strukturelle Änderungen vor:
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Verpflichtende Kupfer-Abschaltung:
Nationale Übergangspläne sollen die Abschaltung klassischer Kupfernetze zwischen 2030 und 2035 festschreiben. Für die Telekom passt das in die eigene Strategie, den Glasfaserausbau zu beschleunigen und Altinfrastruktur schrittweise aus dem Netz zu nehmen. -
Unbefristete Frequenzlizenzen („use it or share it“):
Nutzungsrechte für Mobilfunkfrequenzen sollen künftig unbefristet gelten. Gleichzeitig greift das „use it or share it“-Prinzip: Werden Frequenzen nicht effizient genutzt, könnten sie für andere Akteure geöffnet werden. Das schafft Planungssicherheit, erhöht aber auch den Druck, Spektren tatsächlich auszubauen. -
Einheitliche Autorisierung in der EU:
Künftig soll eine Registrierung in einem EU-Mitgliedstaat ausreichen, um Dienste EU-weit anbieten zu können. Für einen paneuropäischen Anbieter wie die Telekom könnte dies die Expansion vereinfachen und die regulatorische Komplexität reduzieren. -
Netzneutralität mit Ausnahmen für Spezialdienste:
Die Grundprinzipien der Netzneutralität bleiben bestehen. Gleichzeitig sind erweiterte Ausnahmen für klar definierte Spezialdienste vorgesehen, etwa für besonders latenzkritische Anwendungen. Das könnte neue Geschäftsmodelle ermöglichen, verlangt aber eine sorgfältige Ausgestaltung, um Konflikte mit dem offenen Internetzugang zu vermeiden.
Für die Telekom als größten europäischen Telekommunikationskonzern sind diese Punkte zentral. Besonders die Kupfer-Abschaltung und die einheitliche Autorisierung greifen direkt in die langfristige Infrastruktur- und Marktstrategie ein. Noch ist der DNA allerdings nicht beschlossen: Die Verhandlungen zwischen EU-Parlament und Rat stehen erst an.
Termine und Dividende: Spannung vor den Jahreszahlen
Operativ rücken in den kommenden Wochen mehrere Wegmarken in den Vordergrund. Die wichtigsten Daten:
- 26. Februar 2026: Finanzergebnisse Q4 und Gesamtjahr 2025
- 1. April 2026: Ordentliche Hauptversammlung
- 13. Mai 2026: Finanzergebnisse Q1 2026
Für die Hauptversammlung hat der Vorstand bereits Eckpunkte gesetzt: Vorgeschlagen werden soll eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Das wäre ein Anstieg gegenüber den 0,90 Euro für 2024 und unterstreicht den Anspruch, Aktionäre nicht nur über Rückkäufe, sondern auch über eine steigende Ausschüttung zu beteiligen.
Vor diesem Hintergrund sind die Jahreszahlen Ende Februar ein wichtiger Prüfstein: Sie werden zeigen, wie tragfähig der Kurs aus Kapitalrückführung, Netzausbau und Anpassung an das neue EU-Regelwerk tatsächlich ist und ob die angestrebte Dividendenanhebung operativ gut unterlegt bleibt.
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