Morgan Stanley gibt seine negative Haltung auf. Nach einer spürbaren Korrektur sieht die US-Bank das Risiko-Chancen-Verhältnis beim Rüstungselektronik-Spezialisten wieder ausgeglichen. Flankiert wird die neue Einschätzung von operativen Fortschritten bei der Drohnenabwehr – doch der Kurs ist dem neuen Kursziel bereits wieder enteilt.

  • Upgrade: Morgan Stanley hebt das Rating von "Underweight" auf "Equal-Weight" an.
  • Expansion: Neue Partnerschaft mit TYTAN Technologies im Drohnen-Sektor.
  • Auftrag: Bundeswehr integriert neue Wirkmittel in das ASUL-System.

Ende der Verkaufsempfehlung

Die US-Investmentbank Morgan Stanley beendete am Mittwoch ihre skeptische Haltung gegenüber dem Hensoldt-Papier. Die Analysten Ross Law und Marie-Ange Riggio begründen den Schritt mit der Bewertung, die sich nach dem Rücksetzer vom 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro normalisiert habe. Das Kursziel wurde leicht von 78 auf 82 Euro angehoben.

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Interessant ist hierbei die Diskrepanz zum aktuellen Marktgeschehen: Mit einem gestrigen Schlusskurs von 86,60 Euro notiert die Aktie bereits wieder über dem neuen Ziel der Analysten. Dennoch sehen die Experten positive fundamentale Treiber. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten sie einen starken Auftragseingang von 4,6 Milliarden Euro, was das obere Ende der Unternehmensprognose treffen würde.

Überraschung beim Cashflow

Besonders die Cashflow-Prognose der Bank lässt aufhorchen. Die Schätzung für den Free Cashflow im Jahr 2025 wurde um beachtliche 57 Prozent auf 378 Millionen Euro nach oben korrigiert. Hauptgrund hierfür sind erwartete Anzahlungen von Kunden.

Damit prognostiziert Morgan Stanley eine Conversion-Rate von 83 Prozent im Verhältnis zum bereinigten EBITDA – ein Wert, der weit über der eigenen Guidance des Unternehmens von 50 bis 60 Prozent liegt. Allerdings hat diese Medaille eine Kehrseite: Für die Jahre 2026 und 2027 senkten die Analysten ihre Prognosen, da notwendige Kapazitätserweiterungen dann höhere Investitionen fordern werden.

Offensive bei der Drohnenabwehr

Parallel zur Finanzanalyse stärkt Hensoldt seine operative Basis im Bereich "Counter-UAS" (Drohnenabwehr). Eine am 26. Januar unterzeichnete Kooperation mit TYTAN Technologies zielt darauf ab, kosteneffiziente Abfangdrohnen direkt in Hensoldts "Elysion Mission Core"-System zu integrieren. Dies soll eine schnelle Lösung gegen die wachsende Bedrohung durch Kleindrohnen bieten, insbesondere zum Schutz kritischer Infrastrukturen.

Ergänzend dazu meldete das Unternehmen einen Erfolg beim heimischen Hauptkunden: Das Bundesamt für Ausrüstung (BAAINBw) beauftragte die Integration kinetischer Wirkmittel in das bestehende ASUL-Drohnenabwehrsystem der Bundeswehr.

Hohe Bewertung bleibt die Hürde

Trotz des operativen Rückenwinds und der verbesserten Analystenmeinung bleibt die Bewertung sportlich. Die Aktie handelt aktuell mit einem RSI von 68,2 nahe am überkauften Bereich. Morgan Stanley verweist auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27 auf Basis der Schätzungen für 2028. Das liegt über dem fairen Sektorniveau von 20 bis 25.

Gerechtfertigt wird dieser Aufschlag am Markt vor allem durch die starke Positionierung in Deutschland. Da Hensoldt rund 60 Prozent seines Umsatzes im Heimatmarkt generiert, gilt das Unternehmen als direkter Profiteur steigender deutscher Verteidigungsausgaben. Anleger müssen nun abwarten, ob die kommenden Quartalszahlen die optimistische Cashflow-Prognose für 2025 bestätigen können.

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