Deutsche Telekom Aktie: Unterbewertet?
Ein deutlicher Rücksetzer, ein laufendes Milliarden-Rückkaufprogramm und Analysten, die geschlossen höhere Kurse sehen – bei der Deutsche-Telekom-Aktie treffen derzeit mehrere Faktoren aufeinander. Nach dem mehr als 20-prozentigen Rückgang vom Hoch 2025 stellt sich die Frage, ob der DAX-Konzern vor einer Erholung steht oder ob die Schwächephase anhält. Besonders auffällig: Ausgerechnet in dieser Korrekturphase zählt die Aktie für UBS zu den Favoriten im europäischen Telekomsektor.
UBS setzt auf Trendwende
Die UBS beschreibt die jüngste Schwäche der Aktie als Ergebnis eines „perfekten Sturms“ aus mehreren Belastungsfaktoren. Im Mittelpunkt stehen vor allem die US-Aktivitäten über T-Mobile US und Kostenentwicklungen im Heimatmarkt:
- Dollarschwäche drückt die in Euro ausgewiesenen Gewinne aus dem US-Geschäft
- Wettbewerbsängste rund um T-Mobile US belasten die Stimmung
- Lohnsteigerungen in Deutschland bremsen das Wachstum im Kerngeschäft
Nach Einschätzung der UBS-Analysten Polo Tang und Ondrej Cabejsek könnten diese Gegenwinde jedoch nachlassen. Der Währungseffekt verliert an Schärfe, und im deutschen Mobilfunkmarkt zeigen sich erste Signale einer rationaleren Preisgestaltung. Zudem gilt ein möglicher Abschluss des Aktienverkaufs von SoftBank an T-Mobile US als wichtiger technischer Entlastungsfaktor: Fällt dieser Angebotsüberhang weg, könnte das die Wahrnehmung des US-Geschäfts an der Börse spürbar beruhigen.
Historisch spricht zudem ein saisonales Muster für eine mögliche Erholung. In den vergangenen vier Jahren legte die Deutsche-Telekom-Aktie in den Monaten Januar und Februar im Durchschnitt um rund 15 Prozent zu. Ein Automatismus ist das zwar nicht, aber der Zeitpunkt der aktuellen Neubewertung dürfte für manche Investoren interessant sein.
Aktienrückkauf stützt den Kurs
Parallel zur schwächeren Kursentwicklung läuft das aktuelle Aktienrückkaufprogramm auf Hochtouren. In der am 26. Januar 2026 veröffentlichten dritten Zwischenbilanz meldete der Konzern:
- Rückkaufte Aktien seit 5. Januar 2026: 4,7 Millionen Stück
- Investitionsvolumen: rund 127 Millionen Euro
- Durchschnittlicher Kaufpreis: zwischen 26,39 und 27,53 Euro je Aktie
- Zielvolumen 2026: bis zu 2 Milliarden Euro
Ein Großteil der erworbenen Papiere wird eingezogen, ein kleinerer Teil fließt in Management- und Mitarbeiterprogramme. Hintergrund ist die Kapitalerhöhung aus dem Jahr 2021, mit der Anteile an T-Mobile US von SoftBank übernommen wurden. Das laufende Programm soll diesen Verwässerungseffekt schrittweise ausgleichen und zugleich den Gewinn je Aktie stabilisieren oder erhöhen.
Angesichts des aktuellen Kursniveaus von 27,20 Euro bewegt sich der Konzern mit seinen Rückkäufen nahe der unteren Spanne der zuletzt gezahlten Preise. Die Aktie liegt damit nur wenige Prozent über ihrem 52-Wochen-Tief von 26,31 Euro und rund 24 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 35,78 Euro. Gleichzeitig steht sie leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt und klar unter der 200-Tage-Linie – ein Bild, das eine fortgeschrittene Korrektur widerspiegelt.
Bewertung und Analystenziele auseinander
Bewertungsseitig klafft aktuell eine deutliche Lücke zwischen Marktpreis und den Kurszielen der Analysten. Beim derzeitigen Kurs von 27,20 Euro ergibt sich auf Basis der vorliegenden Schätzungen:
- Durchschnittliches Kursziel: 37,38 Euro
- Spanne der Kursziele: 34,50 bis 42,00 Euro
- Abstand des Durchschnittsziels zum aktuellen Kurs: rund +35 %
- KGV (trailing): etwa 11
- Dividendenrendite: rund 3,3 %
Die UBS bestätigte am 27. Januar 2026 ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 35,70 Euro. Citi reduzierte das Ziel zwar auf 34 Euro, hält aber ebenfalls an einer positiven Einschätzung fest. Trotz leicht unterschiedlicher Zielmarken bleibt der Tenor damit ähnlich: Aus Analystensicht ist die Aktie auf dem aktuellen Niveau klar unterbewertet.
Charttechnisch zeigt sich eine gewisse Bodenbildungstendenz in der Nähe der Jahrestiefs. Über zwölf Monate betrachtet notiert die Aktie zwar rund 11 Prozent im Minus, in den vergangenen sieben Tagen steht jedoch ein Plus von gut 3 Prozent zu Buche. Der 14-Tage-RSI von 57,5 signalisiert derzeit weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Situation.
Quartalszahlen und Dividende im Fokus
Spätestens mit den kommenden Zahlen könnten zentrale Weichen gestellt werden. Am 26. Februar 2026 legt der Konzern die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025 vor. Die Prognose wurde zuletzt angehoben und sieht vor:
- Bereinigtes EBITDA AL 2025: rund 45,3 Milliarden Euro
- Free Cashflow AL 2025: rund 20,1 Milliarden Euro
Parallel dazu plant das Unternehmen eine Rekorddividende von 1,00 Euro je Aktie, nach 0,90 Euro im Vorjahr. Auf dem aktuellen Kursniveau entspräche das einer attraktiven Ausschüttungsrendite und würde die defensive Qualität des Titels zusätzlich unterstreichen.
Im Zusammenspiel aus niedrigerer Bewertung, laufendem Rückkaufprogramm, angehobener Prognose und anstehender Rekorddividende dürfte der 26. Februar 2026 zum entscheidenden Termin für die nächste größere Kursbewegung werden – je nachdem, ob die gemachten Versprechen von den endgültigen Zahlen und dem Ausblick des Managements untermauert werden.
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