Die Deutsche Bank justiert gleichzeitig an Führungsstruktur, Ausschüttungspolitik und strategischem Fokus nach. Das Bild, das dabei entsteht, ist vielschichtig — und nicht frei von Risiken.

Großzügigere Ausschüttungen, höhere Ziele

Für das Geschäftsjahr 2025 plant die Bank Ausschüttungen von 2,9 Milliarden Euro — darunter eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie. Kumuliert über die Jahre 2021 bis 2025 würden damit 8,5 Milliarden Euro an Aktionäre zurückgeflossen sein, mehr als das ursprünglich angepeilte Ziel von 8,0 Milliarden Euro.

Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent steigen. Liegt die harte Kernkapitalquote — zuletzt bei 14,2 Prozent — nachhaltig über der 14-Prozent-Marke, will die Bank überschüssiges Kapital für weitere Ausschüttungen nutzen. In der zweiten Jahreshälfte 2026 soll eine weitere Kapitalrückgabe folgen, Aufsichtsgenehmigungen vorausgesetzt.

Neue Gesichter im Vorstand

Parallel dazu stellt die Deutsche Bank ihre Führungsebene um. Stefan Hoops, bisher Chef des Vermögensverwalters DWS, rückt ab 1. Mai in den Konzernvorstand auf. Die Berufung unterstreicht, welche Rolle die Vermögensverwaltung in der Wachstumsstrategie spielen soll — Stichwort „Gateway to Europe", also der Anspruch, europäischen und internationalen Kunden den Zugang zu Geschäften in und aus Europa zu erleichtern.

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Ebenfalls ab Mai übernimmt Marie-Jeanne Deverdun als Chief Technology, Data and Innovation Officer Vorstandsverantwortung. Die 16-jährige Bankerin hat zuletzt als COO für Unternehmens- und Investmentbank Technologieprojekte verantwortet. Fabrizio Campelli wiederum wird ab Juli stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Nachfolger von James von Moltke — bei gleichzeitiger Weiterführung seiner bisherigen Rolle an der Spitze der Unternehmens- und Investmentbank.

Altlasten und offene Flanken

Trotz der strategischen Weichenstellungen gibt es Belastungsfaktoren. Das Private-Credit-Portfolio wuchs zuletzt auf 25,9 Milliarden Euro — eine Anlageklasse, die zunehmend unter Druck steht: Fondsrücknahmen, strengere Prüfstandards und die Auswirkungen von KI auf Kreditnehmer wie Softwareunternehmen erzeugen Gegenwind. Die Bank betont, keinen signifikanten direkten Risiken durch Nichtbanken-Finanzinstitute ausgesetzt zu sein, räumt aber mögliche indirekte Risiken über vernetzte Portfolios ein.

Hinzu kommt der Cum-Ex-Komplex, der noch nicht vollständig abgeschlossen ist. Bei zwei Fonds übernahm die Deutsche Bank 29 Millionen Euro einer insgesamt 85 Millionen Euro umfassenden Steuerschuld und zahlte diese an das Bundeszentralamt für Steuern.

Die Aktie notiert mit einem Minus von rund 25 Prozent seit Jahresbeginn deutlich unter dem 52-Wochen-Hoch von 33,81 Euro. Für das Gesamtjahr 2026 peilt die Bank Erträge von rund 33 Milliarden Euro an — leicht über dem Vorjahresniveau. Ob die neue Führungsriege und die erhöhten Ausschüttungen ausreichen, um die Stimmung der Investoren zu drehen, wird sich spätestens mit den nächsten Quartalszahlen zeigen müssen.

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