Ein Rekordgewinn von 7,1 Milliarden Euro – und trotzdem verliert die Aktie seit Jahresbeginn rund 27 Prozent. Der Grund liegt in einem Detail des Geschäftsberichts 2025, das Investoren aufhorchen ließ: ein Private-Credit-Portfolio von knapp 26 Milliarden Euro in einem Markt, der zunehmend unter Druck gerät.

Was das Private-Credit-Exposure bedeutet

Die Offenlegung dieses Engagements Mitte März löste einen scharfen Kursrutsch aus. Das Portfolio wuchs im vergangenen Jahr von 24,5 auf 25,9 Milliarden Euro – rund fünf Prozent des gesamten Kreditbuches. Investoren stören sich weniger an der Größe als an der Transparenz: Die zugrunde liegenden Mittelstandskredite lassen sich von außen kaum beurteilen.

Dabei klingt die Struktur des Portfolios zunächst solide. Rund 73 Prozent entfallen auf Asset-Backed Securities, die durch Mittelstandskredite in den USA und der EU besichert sind – mit Beleihungsquoten von etwa 65 Prozent und überwiegend Investment-Grade-Ratings. Die Bank selbst betont, gegenüber Nichtbanken-Finanzinstituten keinen wesentlichen direkten Risiken ausgesetzt zu sein. Indirekte Risiken durch vernetzte Portfolios schließt sie jedoch nicht aus.

Hinzu kommt ein zweites Belastungsthema: Im jahrelangen Rechtsstreit um die Postbank-Übernahme einigte sich die Bank zwar mit 70 Prozent der Kläger, doch rund eine Milliarde US-Dollar an potenziellen Restprozesskosten stehen noch offen.

Starke Fundamentaldaten als Gegengewicht

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Das operative Bild sieht deutlich freundlicher aus. Die Nettoerträge stiegen 2025 um sieben Prozent auf 32,1 Milliarden Euro, die Eigenkapitalrendite erreichte 10,3 Prozent, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich auf 64 Prozent. Für 2026 plant die Bank Kapitalrückführungen von 2,9 Milliarden Euro – eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie sowie ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Euro.

Ab 2026 soll die Ausschüttungsquote auf 60 Prozent steigen. Liegt die harte Kernkapitalquote nachhaltig über 14 Prozent, will die Bank überschüssiges Kapital zusätzlich ausschütten. Für das laufende Jahr erwartet das Institut Gesamterträge von rund 33 Milliarden Euro.

Q1-Zahlen als erster Stresstest

Die Aktie notiert aktuell bei 24,50 Euro und damit rund 20 Prozent unterhalb ihres 50-Tage-Durchschnitts – ein deutliches Zeichen, wie stark die Stimmung gedreht hat. Der entscheidende Gradmesser für eine mögliche Neubewertung wird der „Cost of Risk" des Private-Credit-Portfolios sein. Zeigen die Q1-Zahlen am 29. April 2026, dass die Kreditstandards einem Mittelstandsstress standhalten, dürfte das den Druck auf die Aktie spürbar mildern.

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