Während der DAX auf Rekordniveau notiert, sammelt die Deutsche Bank gleich an mehreren Fronten Pluspunkte: Ein bestätigtes Kaufvotum mit hohem Kursziel, eine deutlich überzeichnete Tier-2-Anleihe und ein gezielter Schritt in den ESG-Datenmarkt. Wie stimmig ist dieses Bild aus Analystenlob, Kapitalmarktvertrauen und strategischer Weichenstellung?

Analysten-Rückenwind von RBC

RBC Capital Markets bestätigte heute die Einstufung auf „Outperform“ und belässt das Kursziel bei 38 Euro. Ausgehend vom aktuellen Kurs von 33,35 Euro ergibt sich damit ein spürbares Aufwärtspotenzial.

Die Kanadier stützen sich auf ein insgesamt positives Umfeld:

  • 2025 wird als starkes Jahr für die Kapitalmärkte eingeordnet
  • Die Aussichten für 2026 gelten weiterhin als günstig
  • Eine weitere Erholung im Investmentbanking wird erwartet
  • Die Deutsche Bank wird – neben Barclays – als Hauptprofiteur dieser Entwicklung genannt

Vor diesem Hintergrund zeigt sich der Titel im laufenden Jahr bislang stabil (YTD: -0,63 %), nach zwölf Monaten jedoch mit einem kräftigen Plus von rund 99 %. Der Abstand von knapp 16 % zum 52‑Wochen-Hoch bei 39,66 Euro signalisiert zugleich, dass noch Luft nach oben bleibt, ohne dass der Kurs aktuell überhitzt wirkt (RSI 14 Tage: 55,9).

Tier-2-Anleihe: Deutlicher Vertrauensbeweis

Parallel zur positiven Equity-Story setzt die Bank ein wichtiges Zeichen am Anleihemarkt. Die angekündigte Euro-Benchmark-Tier-2-Anleihe stieß auf starke Nachfrage: Die Orderbücher erreichten mehr als 5 Milliarden Euro und waren damit klar überzeichnet.

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Die Eckdaten im Überblick:

  • Laufzeit: 15,3 Jahre, kündbar nach 10,3 Jahren
  • Guidance: rund 195 Basispunkte Aufschlag auf den Mid-Swap
  • Platzierung bei qualifizierten Investoren im EWR und in Großbritannien

Die hohe Nachfrage und die langen Laufzeiten deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren der Bonität des Hauses und seiner Fähigkeit zur Refinanzierung über den gesamten Zyklus hinweg vertrauen. Für die Bank stärkt das zusätzlich die Kapitalbasis, ohne den Aktienmarkt direkt zu belasten.

ESG-Strategie und Beteiligung an Diginex

Neben dem klassischen Bankgeschäft positioniert sich das Institut stärker im Bereich Nachhaltigkeit und Dateninfrastruktur. Gemeinsam mit Visa steigt man als neuer Aktionär bei Diginex Limited ein. Diginex wiederum übernimmt die Plattform „Plan A“, die sich auf ESG-Daten und Carbon-Accounting spezialisiert.

Damit zielt die Bank auf einen Wachstumsmarkt, in dem regulatorische Anforderungen und Investorenbedürfnisse nach belastbaren Nachhaltigkeitsdaten zunehmen. Passend dazu meldete das Haus für 2025 verbesserte ESG-Rating-Ergebnisse. Beides zusammen stärkt die Glaubwürdigkeit der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie und eröffnet zugleich Ertragspotenziale im Beratungs- und Servicgeschäft.

Research-Sparte zeigt Markteinfluss

Operativ tritt die Bank auch über ihre Research-Sparte sichtbar in Erscheinung. Die aktuellen Einstufungen von Deutsche Bank Research verschaffen der Marke zusätzliche Präsenz im Markt:

  • Nordex: Kurszielanhebung von 30 auf 34 Euro, Rating „Buy“ mit Verweis auf ein erwartetes starkes viertes Quartal
  • Rohstoffsektor: Herabstufung von Antofagasta auf „Sell“, gleichzeitig höhere Kursziele für Glencore, Anglo American und Rio Tinto

Diese Breite und Tiefe im Coverage-Bereich unterstreicht die Rolle des Hauses als relevanter Taktgeber im internationalen Kapitalmarktumfeld.

Fazit: Mehrere positive Treiber

Unterm Strich stützen drei Säulen die aktuelle Lage der Deutsche Bank Aktie:
ein bestätigtes Kursziel von 38 Euro mit positiven Investmentbanking-Perspektiven, eine deutlich überzeichnete Tier-2-Anleihe als Vertrauenssignal der Bond-Investoren und ein klarer Schritt in den ESG-Datenmarkt. In Kombination mit der robusten Kursentwicklung – nahe an den gleitenden Durchschnitten der letzten 50 und 100 Tage und mit komfortablem Abstand zur 200‑Tage-Linie – bleibt das Papier im gegenwärtigen Umfeld fundamental solide untermauert. Entscheidend für die nächsten Monate wird sein, ob sich die erwartete Erholung im Investmentbanking tatsächlich in den Zahlen für 2026 niederschlägt.

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