SAP sendet gleich mehrere Botschaften in den Markt: ein strategisches Investment im Gesundheitsbereich, ein prominenter Cloud-Referenzkunde in Europa und ein milliardenschweres Rückkaufprogramm. Operativ klingt das nach Rückenwind. An der Börse kommt davon bislang aber wenig an – der Kurs klebt weiter in der Nähe des Jahrestiefs.

Warum der Markt trotzdem zögert

Auf dem Papier liefert der Softwarekonzern starke Eckdaten: Das Cloud-Segment wuchs im abgelaufenen Jahr um mehr als 25%, der Free Cashflow lag über 8 Milliarden Euro. Auch das IFRS-Betriebsergebnis legte deutlich zu und erreichte 9,83 Milliarden Euro.

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Trotz dieser Signale bleibt das Kursbild angeschlagen. Am Freitag schloss die Aktie bei 170,32 Euro und notiert damit nur rund 2% über dem 52-Wochen-Tief von 166,66 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Minus von 35,36% zu Buche. Der Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt ist mit gut 23% ebenfalls ein Hinweis darauf, wie weit der Titel von einem stabilen Aufwärtstrend entfernt ist.

Als Belastung nennt der Quelltext vor allem die Enttäuschung über den Cloud-Auftragsbestand im vierten Quartal 2025. Darüber liegt eine größere Sorge: Verändert die KI-Transformation klassische Softwaremodelle schneller, als SAP neue Technologien in ausreichendem Umfang zu Geld machen kann? Genau an dieser Stelle verlangt der Markt harte Belege.

Avelios, FC Bayern und die Plattform-Erzählung

Zum Wochenschluss meldete SAP ein strategisches Investment in Avelios Medical. Die Summe bleibt vertraulich, die Stoßrichtung ist dagegen klar: Avelios’ cloud-natives Krankenhausinformationssystem soll auf der SAP Business Technology Platform (BTP) laufen – inklusive Services für KI, Datenmanagement und Integration in die SAP Business Suite.

Brisant ist der Zeitplan im Hintergrund. SAP will sein Legacy-Krankenhausinformationssystem IS-H bis 2030 einstellen. Damit müssen hunderte Kliniken ihre IT neu aufstellen – ein Fenster, das Avelios als Partner öffnen soll. Das Investment passt zudem zur bereits kommunizierten Partnerschaft von SAP und Fresenius mit dem Ziel eines offenen digitalen Gesundheitsökosystems.

Parallel lieferte SAP am 26. Februar einen PR-wirksamen Cloud-Fall: Der FC Bayern hat seine On-Premise-Systeme im Rahmen von „RISE with SAP“ in die Cloud migriert und setzt dabei auf SAP Cloud ERP Private. Für SAP ist das vor allem eines: ein europäischer Referenzkunde für die eigene RISE-Strategie, inklusive Echtzeit-Analysen und KI-gestützten Prozessen in Finanzen, Merchandising und Operations.

Rückkaufprogramm, Dividende und der Blick nach vorn

Finanziell unterstreicht SAP die eigene Schlagkraft mit Kapitalmaßnahmen. Geplant ist ein zweijähriges Aktienrückkaufprogramm über bis zu 10 Milliarden Euro. Zusätzlich sollen Aktionäre für 2025 eine Dividende von 2,50 Euro je Aktie erhalten, ein Plus von 6,4% gegenüber dem Vorjahr.

Für 2026 setzt das Management die Messlatte hoch: Cloud-Umsatz zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro (23 bis 25% Wachstum), dazu ein erwartetes non-IFRS-Betriebsergebnis von 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro und rund 10 Milliarden Euro Free Cashflow. Interessant im Detail: Im vierten Quartal 2025 enthielten bereits zwei Drittel der Cloud-Neuaufträge KI-Komponenten – ein konkreter Hinweis, dass KI im Angebot an Gewicht gewinnt.

Der nächste Stopp ist bereits terminiert: Am 3. März 2026 spricht SAP auf der Morgan Stanley Technology, Media & Telecom Conference, am 23. April 2026 folgt der nächste Quartalsbericht. Dort wird sich zeigen, ob die vielen strategischen Signale auch in belastbare Cloud-Kennzahlen und sichtbare Fortschritte bei der KI-Monetarisierung übersetzen – genau das ist aktuell der Engpass zwischen operativ guter Story und schwachem Kursbild.

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