Eigentlich hätten am Frankfurter Bankenturm die Sektkorken knallen müssen. Die Deutsche Bank meldete am Donnerstag das beste Ergebnis seit Jahren und kündigte massive Ausschüttungen an. Doch die Feierlaune wird durch das Blaulicht der Staatsanwaltschaft gedämpft, die unmittelbar vor der Bilanzvorlage Geschäftsräume durchsuchte. Wie schwer wiegen die juristischen Altlasten gegenüber der operativen Stärke?

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gewinnsprung: Vorsteuerergebnis explodiert auf 9,7 Mrd. Euro (+84 %).
  • Dividende: Erhöhung um rund 50 % auf 1,00 Euro je Aktie vorgeschlagen.
  • Rückkauf: Aktienrückkäufe im Volumen von 1,0 Mrd. Euro geplant.
  • Belastung: Razzia wegen Geldwäscheverdachts drückt auf die Stimmung.

Historische Zahlen treffen auf Justiz-Ärger

Rein operativ hat das Institut geliefert: Das Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro markiert einen historischen Höchstwert für das Geschäftsjahr 2025. Der Gewinn, der auf die Aktionäre entfällt, hat sich auf 6,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Anleger profitieren direkt von dieser Entwicklung, denn neben der Dividendenanhebung plant der Vorstand, eigene Aktien im Wert von einer Milliarde Euro vom Markt zu nehmen.

Doch das Bild der erfolgreichen Sanierung bekam Risse. Kurz vor der Zahlenvorlage rückten Ermittler des BKA und der Staatsanwaltschaft Frankfurt an. Der Vorwurf: Geldwäscheverdacht im Zusammenhang mit Transaktionen aus den Jahren 2013 bis 2018, die dem Umfeld des Oligarchen Roman Abramowitsch zugeordnet werden. CEO Christian Sewing versicherte zwar volle Kooperation, doch die Nachricht erinnerte den Markt schmerzhaft daran, dass die juristische Vergangenheit noch nicht vollständig bewältigt ist.

Die Aktie zeigt sich am heutigen Freitag unentschlossen und notiert bei 32,45 Euro nahezu unverändert zum Vortagesschluss.

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Analysten blicken auf die Substanz

Trotz der negativen Schlagzeilen behalten die großen Analysehäuser den Fokus auf den Fundamentaldaten. Die Experten werten die juristischen Probleme derzeit offenbar eher als störendes Hintergrundrauschen und nicht als fundamentale Bedrohung für den Geschäftserfolg.

JPMorgan bestätigte am heutigen Freitag die Einstufung „Overweight“ mit einem Kursziel von 40 Euro, was vom aktuellen Niveau aus ein deutliches Aufwärtspotenzial signalisiert. Auch RBC Capital Markets sieht die Jahresziele als wichtigen Meilenstein und hält an einem Ziel von 38 Euro fest. Die DZ Bank hob ihren fairen Wert sogar leicht auf 36 Euro an.

Ausblick bleibt stabil

Das Management lässt sich von den Störfeuern nicht beirren und prognostiziert für das laufende Jahr 2026 Erträge von rund 33 Milliarden Euro. Langfristig soll die Eigenkapitalrendite, die 2025 mit 10,3 Prozent bereits im Zielkorridor lag, bis 2028 auf über 13 Prozent steigen.

Für Anleger ergibt sich ein gemischtes, aber tendenziell positives Bild: Die operative Wende scheint geglückt und die Bewertungskennzahlen sind angesichts der Milliardengewinne attraktiv. Solange sich aus den Ermittlungen keine neuen, existenzbedrohenden Strafzahlungen ergeben, dürfte der Fokus des Marktes mittelfristig wieder auf die Ertragskraft und die geplante Ausschüttungspolitik zurückkehren.

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