Starke Zahlen, steigende Ausschüttungen – und gleichzeitig eine Razzia wegen Geldwäscheverdachts: Die Deutsche Bank liefert für 2025 ihr bestes Ergebnis seit 2007, doch die parallelen Ermittlungen legen einen Schatten über die Erfolgsmeldung. Wie viel Gewicht bekommt dieser Kontrast für die nächsten Monate?

Rekordzahlen – und warum sie zustande kamen

Am 29. Januar legte die Bank vorläufige Zahlen für 2025 vor. Unterm Strich zeigt sich: höhere Erträge, deutlich geringere Kosten und ein kräftiger Gewinnsprung. Ein wesentlicher Kostentreiber aus dem Vorjahr fiel weg: Rechtsstreitigkeiten belasteten 2025 deutlich weniger, was die Ergebnisqualität spürbar verbessert.

Auch das vierte Quartal setzte ein Ausrufezeichen. Der Nettogewinn lag mit 1,3 Milliarden Euro klar über den von Reuters genannten Analystenerwartungen von 1,12 Milliarden Euro. Das stützt die Lesart, dass der Rückenwind nicht nur aus Sondereffekten kommt, sondern auch operativ im Schlussquartal spürbar war.

Wichtige Fakten im Überblick:
- Vorsteuergewinn 2025: 9,7 Mrd. Euro (plus 84%)
- Nettogewinn (den Aktionären zurechenbar): 6,1 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,7 Mrd. Euro)
- Erträge: 32,1 Mrd. Euro (Ziel: rund 32 Mrd. Euro)
- Kosten: 20,7 Mrd. Euro (minus 10%, u.a. durch weniger Rechtsstreitigkeiten)
- Schlusskurs (heute): 33,30 Euro; auf 12 Monate: +75,26%

Investmentbanking bleibt der Motor

Im Schlussquartal war das Investmentbanking der größte Ertragslieferant. Besonders das Geschäft mit Zinsen, Währungen und Anleihen (Fixed Income & Currencies) stach heraus: Laut CNBC erzielte dieser Bereich das stärkste Quartal der Bankgeschichte, der Umsatz stieg um 6% auf 2,0 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr legten die Erträge im Investmentbanking um 5% zu.

Weniger rund lief es in der Verteilung: Die Privatkundensparte wuchs um 3%, das Firmenkundengeschäft ging dagegen um 2% zurück. Das zeigt, wo die aktuelle Dynamik herkommt – und wo sie fehlt.

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Dividende, Rückkauf – und der Schatten der Ermittlungen

Parallel zur Zahlenvorlage kam es laut Reuters zu einer Durchsuchung in der Frankfurter Zentrale durch Bundespolizei und Staatsanwaltschaft. Hintergrund sind Ermittlungen wegen mutmaßlicher Geldwäsche. Es geht um den Vorwurf, verdächtige Aktivitäten im Zusammenhang mit Transaktionen zwischen 2013 und 2018 möglicherweise verspätet gemeldet zu haben. Die Bank erklärte, sie kooperiere vollständig mit den Behörden.

Für Aktionäre lieferte das Management gleichzeitig konkrete Pläne zur Kapitalrückgabe:
- Dividendenvorschlag: 1,00 Euro je Aktie (rund 1,9 Mrd. Euro), nach 0,68 Euro für 2024
- Aktienrückkäufe: 1,0 Mrd. Euro genehmigt
- Hauptversammlung: 28. Mai 2026

Die kumulierten Ausschüttungen seit 2022 würden damit auf 8,5 Milliarden Euro steigen – und damit das ursprüngliche Ziel von 8,0 Milliarden Euro übertreffen.

Ausblick bis 2028: Mehr Ertrag, höhere Quote

Für 2026 erwartet die Bank Erträge von rund 33 Milliarden Euro. In der Strategie „Scaling the Global Hausbank“ (vorgestellt im November 2025) peilt sie bis 2028 eine Eigenkapitalrendite von über 13% und eine Kosten-Ertrags-Relation von unter 60% an. Ab 2026 soll zudem die Ausschüttungsquote von 50% auf 60% steigen.

Am Markt bleibt das Bild gemischt: Nach dem starken Lauf der vergangenen zwölf Monate liegt die Aktie heute bei 33,30 Euro und damit rund 16% unter dem 52‑Wochen‑Hoch von 39,66 Euro – während die Bank operativ gerade ihre stärkste Gewinnphase seit Jahren demonstriert und gleichzeitig mit dem Ermittlungs-Thema umgehen muss.

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