Nach einem über zwei Jahre andauernden Übernahmeprozess biegt die Geschichte von Covestro als börsennotiertes Unternehmen auf die Zielgerade ein. Der neue Mehrheitseigentümer XRG (ehemals ADNOC) macht ernst und hat offiziell das Verfahren eingeleitet, um die verbliebenen Kleinaktionäre aus dem Unternehmen zu drängen. Für Anleger richtet sich der Blick nun weg vom operativen Geschäft hin zur Höhe der finalen Barabfindung.

Die 95-Prozent-Hürde ist gefallen

Der emiratische Energiekonzern hat gemeinsam mit seiner deutschen Tochtergesellschaft die entscheidende Schwelle überschritten: Mit einem Anteil von 95,10 Prozent am Grundkapital sind die rechtlichen Voraussetzungen für einen Squeeze-out gemäß § 327a Aktiengesetz erfüllt. XRG hat das Covestro-Management formell aufgefordert, die Übertragung der restlichen Aktien gegen eine Barabfindung in die Wege zu leiten.

Die Aktie notiert am heutigen Montag bei 61,00 Euro und damit leicht unter dem ursprünglichen Übernahmepreis von 62,00 Euro. Die Höhe der nun anstehenden Zwangsabfindung steht noch nicht fest. Sie muss von einem gerichtlich bestellten Prüfer als "angemessen" bestätigt werden. In der Vergangenheit lagen solche Abfindungen häufig nahe am oder leicht über dem letzten relevanten Börsenkurs, da eine fundamentale Unternehmensbewertung zugrunde gelegt wird.

Neuordnung im Zeitraffer

Der Weg zur kompletten Übernahme war langwierig. Seit den ersten Gerüchten im Juli 2023 bis zum Vollzug der Transaktion im Dezember 2025 vergingen rund zweieinhalb Jahre. Mit dem Closing wurde auch eine Kapitalerhöhung über 1,17 Milliarden Euro zur Stärkung der Bilanz durchgeführt.

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Parallel zum Squeeze-out vollzieht sich der Wandel auch in der Führungsetage:
* Aufsichtsrat: Dr. Rainer Seele hat bereits im Dezember den Vorsitz übernommen.
* Finanzen: CFO Christian Baier wird das Unternehmen nach Vertragsende verlassen.
* Vorstand: CEO Dr. Markus Steilemann bleibt an Bord, um die Integration zu leiten.

Der Titel ist bereits seit Ende 2024 nicht mehr im DAX gelistet, und der Handel an der Eurex wurde eingestellt. Der Streubesitz ist auf unter fünf Prozent geschrumpft und faktisch bedeutungslos geworden.

Entscheidender Termin im April

Der formale Schlussstrich unter das Börsenkapitel Covestro soll auf der nächsten ordentlichen Hauptversammlung gezogen werden. Diese ist für den 15. April 2026 terminiert. Bis dahin müssen die Bewertung abgeschlossen und der Übertragungsbeschluss vorbereitet sein. Sobald die Hauptversammlung zugestimmt hat und der Beschluss im Handelsregister eingetragen ist, gehen die verbliebenen Aktien automatisch auf XRG über und die Minderheitsaktionäre erhalten ihre Barzahlung.

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