Covestro steuert auf das Ende als Börsenunternehmen zu. Der Großaktionär XRG (ADNOC) hält bereits 95,1% der Aktien und will einen Squeeze-out auf der diesjährigen Hauptversammlung anstoßen. Gleichzeitig zeigen die Zahlen für 2025, wie zäh die Branchenkrise bleibt – und warum der Rückzug vom Kapitalmarkt für Minderheitsaktionäre zum alles entscheidenden Thema wird.

Jahreszahlen 2025: Krise schlägt durch

2025 war für den Polymerkonzern ein weiteres hartes Jahr. Der Umsatz sank auf 12,9 Mrd. Euro (–8,7%), das EBITDA fiel um 30,9% auf 740 Mio. Euro. Besonders deutlich wird der Druck beim Cash: Der Free Operating Cash Flow rutschte auf –283 Mio. Euro, unter dem Strich steht ein Konzernverlust von 644 Mio. Euro.

Als Treiber nennt das Unternehmen sinkende Verkaufspreise und negative Währungseffekte. Im Segment Performance Materials gingen die Erlöse um 12,1% auf 6,1 Mrd. Euro zurück. In der Summe passt das Bild: Überkapazitäten und Preisdruck lassen die Ertragskraft kaum atmen.

Konsequenz für Aktionäre: Für 2025 gibt es keine Dividende. Die letzte Ausschüttung liegt bereits einige Jahre zurück (2021: 3,40 Euro je Aktie).

Sparprogramm STRONG und Ausblick 2026

Immerhin: Beim Transformationsprogramm STRONG meldet Covestro Fortschritte. Bis Ende 2025 wurden kumuliert rund 275 Mio. Euro eingespart. Bis Ende 2028 sollen es jährlich 400 Mio. Euro werden.

Eine schnelle konjunkturelle Entspannung stellt das Management aber nicht in Aussicht. Für 2026 erwartet Covestro ein EBITDA „auf dem Niveau des Vorjahres“. Beim Free Operating Cash Flow und beim ROCE über WACC soll es dagegen „deutliche“ Verbesserungen geben. Der Hintergrund bleibt derselbe: Überkapazitäten, anhaltender Preisdruck und eine zunehmend protektionistische Handelspolitik belasten – bei weiterhin niedriger Auslastung.

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Operativ setzt Covestro zudem auf gezielte Verstärkung: Für zwei Produktionsstandorte für HDI-Derivate (Thailand und Texas) wurde im August 2025 eine Vereinbarung mit Vencorex unterzeichnet. Abschluss möglichst in der ersten Jahreshälfte 2026.

XRG dominiert – Squeeze-out rückt näher

Der entscheidende Hebel für die Börsenzukunft ist die Eigentümerstruktur. Nach der Partnerschaft im Dezember 2025 kommt XRG inklusive Tochtergesellschaft auf 95,1% der ausstehenden Aktien. Die Übernahme wurde mit 14,7 Mrd. Euro bewertet.

XRG hat angekündigt, einen aktienrechtlichen Squeeze-out im Rahmen eines Beschlusses auf der diesjährigen Hauptversammlung anzustreben. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen den Plan grundsätzlich. Ziel: vereinfachte Eigentümerstruktur und weniger kapitalmarktrechtliche Anforderungen.

Der Rückzug von der Börsen-Bühne läuft bereits: Seit dem 5. Februar 2026 ist Covestro nicht mehr im Prime Standard, sondern nur noch im General Standard gelistet – mit deutlich reduzierten Berichtspflichten.

Am Aktienmarkt wirkt die Lage entsprechend „ausgepreist“: Der Kurs liegt heute bei 60,38 Euro und damit nur rund 1% unter dem 52-Wochen-Hoch von 61,00 Euro – ein Hinweis darauf, wie stark die Übernahmesituation die Aktie aktuell einrahmt.

Zum Umbau gehört auch ein Führungswechsel: CEO Markus Steilemann will nach Ende seiner Amtszeit (bis Ende Mai 2028) nicht verlängern. Zuvor hatte bereits CFO Christian Baier angekündigt, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Der Aufsichtsrat will nun die Nachfolge einleiten.

Im Kalender wird damit vor allem ein Termin zentral: die Hauptversammlung 2026, auf der XRG den Squeeze-out-Beschluss anstrebt – inklusive der dann entscheidenden Barabfindung für die verbliebenen Minderheitsaktionäre.

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