BYD steckt in einem Spagat: In China brechen die Verkäufe kräftig ein, gleichzeitig erreicht der Konzern im Ausland ein neues Rekordniveau. Genau in dieses Spannungsfeld fällt ein großes Technologie-Event in Shenzhen, das morgen ansteht. Kann BYD damit die Erzählung weg von der Absatzdelle hin zu Innovation und Wachstum drehen?

China-Geschäft unter Druck

Im Februar meldete BYD einen deutlichen Rückgang der Fahrzeugverkäufe um 41% gegenüber dem Vorjahr auf rund 190.190 Einheiten. Besonders stark traf es Plug-in-Hybride (PHEVs) mit minus 44%. Reine Batterieautos (BEVs) gaben um 36% auf etwa 79.539 Einheiten nach.

Das war bereits der sechste Rückgang in Folge – und der stärkste seit Februar 2020. Als wichtiger Faktor gilt der lange Mondneujahrs-Feiertag, der Produktion und Handel über weite Teile des Monats ausgebremst hat.

Zusätzlich belastet seit Jahresbeginn eine neue Kaufsteuer von 5% auf sogenannte NEVs. Zusammen mit ausgelaufenen Förderprogrammen erhöht das den Preisdruck für Käufer. BYD reagierte zuletzt mit günstigen Finanzierungen: Niedrigzins-Kredite mit Laufzeiten von bis zu sieben Jahren sollen den Kauf erleichtern. Hintergrund ist auch, dass die chinesischen Behörden direkte Preiskämpfe ausbremsen – viele Hersteller weichen deshalb auf Finanzierungskonditionen aus.

Exporte überholen erstmals den Heimatmarkt

Während das China-Geschäft schwächelt, setzt BYD international ein Ausrufezeichen: Im Februar lagen die Exporte erstmals über den Inlandsverkäufen. Die Auslands-Auslieferungen stiegen auf 100.600 Fahrzeuge, ein Plus von 50% zum Vorjahr. Es war zudem der vierte Monat in Folge mit Exporten über 100.000 Einheiten.

In Europa gewann BYD ebenfalls an Boden. Im Januar lagen die Neuzulassungen in der EU, Großbritannien und den EFTA-Staaten laut Bericht bei über 18.000 Fahrzeugen – fast dreimal so viel wie ein Jahr zuvor. Im gleichen Zeitraum sanken Teslas Registrierungen um 17%, BYD lag damit vor Tesla.

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Die Produktionsbasis im Ausland soll den Exportkurs stützen. Für 2026 peilt BYD weltweit 1,3 Millionen exportierte Fahrzeuge an (2025: knapp 1,05 Millionen erwartet). Werke in Thailand, Usbekistan und Brasilien sollen später zusammen 300.000 Fahrzeuge pro Jahr liefern. In Ungarn läuft die Testproduktion, die Serienfertigung ist für das zweite Quartal geplant. Zudem ist ein Ausbau des Händlernetzes in Deutschland von 120 auf 300 Standorte bis Jahresende vorgesehen.

Morgen „disruptive“ Technik – das wird erwartet

Für Aufmerksamkeit sorgte diese Woche auch die Aktie: Am Montag verzeichnete sie den stärksten Tagesgewinn seit einem Jahr, ausgelöst durch eine kurze Ankündigung auf WeChat. BYD stellte dort eine Präsentation „disruptiver Technologie“ für morgen in Shenzhen in Aussicht.

Im Mittelpunkt steht laut Branchenberichten eine neue „Flash Charging“-Ladeinfrastruktur mit bis zu 1.500 kW Ladeleistung. Damit könnten in fünf Minuten bis zu 400 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. BYD will bis Ende 2026 mehr als 4.000 solcher Stationen in China und rund 3.000 in Europa aufbauen.

Außerdem werden Details zur nächsten Generation der Blade-Batterie erwartet. Berichtet wird von zwei Varianten: eine kompaktere Version mit 8C bis 10C-Laderaten sowie eine längere Variante mit bis zu 210 Wh/kg Energiedichte (gegenüber rund 150 Wh/kg bisher). Genannt wird auch eine mögliche Elektro-Reichweite von über 1.000 Kilometern im CLTC-Zyklus bei weiterem Einsatz von LFP-Chemie.

Beim Fahrerassistenzsystem steht DiPilot 5.0 im Raum, als Weiterentwicklung des im Februar 2025 eingeführten „God’s Eye“-Systems. Genannt werden unter anderem automatisches Not-Ausweichen und Notbremsen, Sensorfusion aus Kameras, Millimeterwellenradar und Ultraschallsensoren sowie ein End-to-End-KI-Ansatz.

Parallel sollen neue Modelle starten: Der Seal 07 EV kommt offiziell auf den Markt, Vorbestellungen sollen für den Song Ultra EV sowie den überarbeiteten Denza Z9 GT beginnen. Der Denza Z9 GT wird im Bericht mit 122,5-kWh-Batterie, 370-kW-Motor und 1.036 km CLTC-Reichweite genannt.

Morgen dürfte sich damit zeigen, wie stark BYD den Fokus von schwachen China-Zahlen auf Exportdynamik und neue Technologie verschieben kann.

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