Covestro Aktie: Squeeze-Out naht
Die Machtverhältnisse bei Covestro haben sich endgültig verschoben: ADNOC hat über seine Erwerbsgesellschaft XRG die entscheidende 95-Prozent-Schwelle überschritten. Damit ist klar, wohin die Reise geht – der Kunststoffspezialist dürfte die Börse verlassen. Was bedeutet das konkret für die verbliebenen Aktionäre?
Die Fakten im Überblick
- ADNOC/XRG hält nun rund 95,1 % der Stimmrechte
- Streubesitz faktisch unter 5 %
- Rechtliche Voraussetzung für Squeeze-Out erfüllt (§ 327a AktG)
- Ursprüngliches Übernahmeangebot: 62,00 Euro je Aktie
- Aktueller Kurs: 59,94 Euro, nur gut 1 % unter 52‑Wochen-Hoch
Im Handel zeigt sich diese neue Realität deutlich. Die Covestro-Aktie bewegt sich kaum noch und notiert mit 59,94 Euro sehr nahe am Jahreshoch von 60,74 Euro. Mit einem Plus von rund 7 % seit Jahresanfang spiegelt der Kurs vor allem die Übernahmeprämie wider, nicht mehr operative Fantasie.
Kontrolle gesichert, Streubesitz schrumpft
Mit Abschluss des öffentlichen Übernahmeangebots und den regulatorischen Freigaben hat ADNOC die Kontrolle über Covestro faktisch vollständig übernommen. Laut der jüngsten Stimmrechtsmitteilung kontrolliert der Konzern über XRG nun 95,1 % der Anteile, was rechnerisch rund 179,9 Millionen Aktien entspricht.
Für den Markt ist damit klar: Der Streubesitz spielt nur noch eine Nebenrolle. Weniger als 5 % der Aktien befinden sich noch in Händen kleinerer Investoren, die Perspektive auf ein eigenständiges Covestro an der Börse ist praktisch verschwunden.
Parallel zum Closing wurde eine Kapitalerhöhung umgesetzt, um Mittel für die „Sustainable Future“-Strategie bereitzustellen. Operativ läuft die Integration in die Strukturen von ADNOC bereits an – die Börsenstory tritt in den Hintergrund, die Konzernstory in den Vordergrund.
Squeeze-Out und Delisting: Was jetzt folgt
Mit dem Überschreiten der 95-Prozent-Marke erfüllt ADNOC die zentrale Voraussetzung für einen aktienrechtlichen Squeeze-Out. Juristisch bedeutet das: Die verbliebenen Minderheitsaktionäre können gegen Zahlung einer Barabfindung aus dem Unternehmen gedrängt werden, ein anschließendes Delisting wäre die logische Folge.
Der weitere Fahrplan sieht typischerweise so aus:
- Formales Verlangen: ADNOC dürfte zeitnah das offizielle Verlangen auf Übertragung der restlichen Aktien stellen.
- Bewertung: Ein Wirtschaftsprüfer ermittelt den „fairen Wert“ von Covestro. Die Barabfindung darf nicht unter dem gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate liegen und orientiert sich in der Praxis häufig eng am Übernahmeangebot.
- Hauptversammlung: Auf einer Hauptversammlung wird der Ausschluss der Minderheitsaktionäre beschlossen. Erst dann wird der Squeeze-Out rechtlich wirksam.
Dass der aktuelle Kurs leicht unter dem Angebot von 62,00 Euro liegt, passt zu dieser Phase einer Übernahme. Der leichte Abschlag bildet im Wesentlichen zwei Effekte ab: den Zeitwert des Geldes bis zur Auszahlung der endgültigen Abfindung sowie das Ausbleiben weiterer Übernahmespekulation. Die Aktie funktioniert damit zunehmend wie ein Anleihe-Ersatz mit begrenztem Kursspielraum.
Charttechnisch bestätigt sich dieses Bild: Der Kurs liegt knapp über den 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitten, die Volatilität der vergangenen 30 Tage ist mit gut 9 % eher moderat. Mit einem RSI von 30,3 bewegt sich der Titel am unteren Rand des neutralen Bereichs, was zur engen Handelsspanne passt.
Fazit: Kaum Spielraum, Fokus auf Abfindung
Für die verbliebenen Aktionäre ist die Perspektive klar umrissen: Der Kurs wird inzwischen fast vollständig von der erwarteten Barabfindung und dem zeitlichen Ablauf des Squeeze-Out-Verfahrens bestimmt. Kurzfristig sind keine großen Schwankungen zu erwarten, entscheidend werden stattdessen die Höhe der festgelegten Abfindung und der Zeitpunkt der entsprechenden Hauptversammlung.
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