Das Gericht in St. Louis hat gesprochen – und Bayer einen wichtigen Etappensieg beschert. Die vorläufige Genehmigung des milliardenschweren Sammelvergleichs markiert einen ersten Schritt raus aus dem jahrelangen Rechtsstreit-Albtraum. Doch wer jetzt aufatmet, übersieht: Der Weg zur finalen Lösung bleibt steinig.

Der Deal umfasst Zahlungen von bis zu 7,25 Milliarden Dollar über maximal 21 Jahre. Damit sollen sowohl laufende als auch künftige Klagen wegen Non-Hodgkin-Lymphom beigelegt werden, die Kläger auf den Unkrautvernichter Roundup zurückführen. Bayer musste seine Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um vier Milliarden auf insgesamt 11,8 Milliarden Euro hochschrauben. Diese Belastung drückte den Leverkusenern im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust auf.

„Das ist der erste wichtige Schritt für die Umsetzung des Sammelvergleichs", teilte der Konzern mit. Konzernchef Bill Anderson hatte am Donnerstagvormittag noch die Jahreszahlen präsentiert und sich optimistisch zur Genehmigung geäußert – nur wenige Stunden später folgte die Bestätigung aus Missouri.

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Noch lange nicht durch

Die vorläufige Zustimmung ist allerdings nur ein Zwischenschritt. Bis Anfang Juni haben die Kläger Zeit, den Vergleich abzulehnen oder Einwände einzureichen. Danach folgt eine Gerichtsanhörung, bevor die finale Genehmigung erteilt wird. Und selbst dann können noch Rechtsmittel eingelegt werden. Der juristische Marathon geht also weiter.

Zusätzlich hofft Bayer auf ein positives Grundsatzurteil des Supreme Court, das bereits im Juni erwartet wird. Dieses könnte die Klagewelle endgültig stoppen. Zehntausende Kläger führen ihre Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück, nachdem eine WHO-Einrichtung den Wirkstoff 2015 als „wahrscheinlich krebserregend beim Menschen" eingestuft hatte. Bayer betont weiterhin, dass Glyphosat sicher sei – eine Position, die auch zahlreiche andere Behörden teilen.

Aktie unter Druck trotz Fortschritt

Die Bayer-Aktie zeigte sich am Donnerstag unbeeindruckt von der juristischen Nachricht. Im XETRA-Handel fiel der Titel zeitweise um 1,6 Prozent auf 36,80 Euro. Seit dem Februar-Hoch nahe der 50-Euro-Marke läuft der Kurs stetig nach unten. Belastend wirkte auch der Ausblick für 2026: Mit einem erwarteten operativen Ergebnis zwischen 9,1 und 9,6 Milliarden Euro liegt Bayer unter den bisherigen Analystenerwartungen.

JPMorgan-Analyst Richard Vosser sieht Korrekturbedarf bei den mittleren Schätzungen um bis zu drei Prozent – wobei ein Großteil auf Währungseffekte zurückgehe. Die Hoffnungen der Anleger ruhten zuletzt auf dem Blutgerinnungshemmer Asundexian und eben auf Fortschritte im Glyphosat-Streit. Die vorläufige Genehmigung ist ein Schritt in die richtige Richtung. Aber bis zur endgültigen Befreiung von der Rechtslast bleibt es noch ein weiter Weg.

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