Der britische Energiekonzern BP steht an einem Wendepunkt. Der Ölpreis klettert auf Jahreshöchststände, die Führungsspitze wird ab April neu besetzt und ein tiefgreifender Umbau läuft. Nach schwierigen Monaten erreichte die Aktie Anfang März ein 52-Wochen-Hoch – doch die Frage bleibt: Ist das nur ein geopolitischer Preisschub oder ein nachhaltiger Turnaround?

Ölpreis-Schock treibt Kurs

Anfang März schnellte der Brent-Ölpreis um 8 Prozent auf rund 80 Dollar pro Barrel nach oben, nachdem Berichte über eine Blockade der Straße von Hormus durch den Iran die Märkte erschütterten. Über diese Meerenge fließen etwa 20 Prozent der weltweiten Ölversorgung. BP profitierte direkt: Die Aktie erreichte bei 39,51 Dollar ein neues Jahreshoch und notiert seit Jahresbeginn über 16 Prozent im Plus.

Doch die Rally hat tiefere Wurzeln als nur geopolitische Spannungen. Seit Aktivist Elliott Management 2025 seinen Anteil auf über 5 Prozent aufstockte, vollzieht BP eine strategische Kehrtwende: mehr Fokus auf fossile Brennstoffe, Abkehr von ehrgeizigen Klimazielen und ein radikaler Schuldenabbau. Das Unternehmen stoppte Aktienrückkäufe und leitet sämtliche freie Mittel in die Bilanzstärkung. Parallel dazu läuft ein Veräußerungsprogramm über 20 Milliarden Dollar.

Zahlen zeigen gemischtes Bild

Das vierte Quartal 2025 brachte einen bereinigten Gewinn von 1,54 Milliarden Dollar – exakt im Rahmen der Analystenschätzungen. Allerdings verfehlte der Jahresgewinn mit 7,49 Milliarden Dollar die Erwartungen von 7,58 Milliarden Dollar leicht. Belastend wirkten Abschreibungen von 4 Milliarden Dollar, größtenteils auf CO2-arme Geschäftsbereiche, die zu einem IFRS-Verlust von 3,4 Milliarden Dollar führten.

Positiv entwickelte sich die Schuldenlast: Die Nettoverschuldung sank im Jahresvergleich von 23 auf 22,18 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow stieg auf 7,6 Milliarden Dollar. Für 2026 plant BP Investitionen zwischen 13 und 13,5 Milliarden Dollar – ein Zeichen fortgesetzter Kapitaldisziplin.

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Meg O'Neill übernimmt ab April

Am 1. April tritt Meg O'Neill als erste weibliche CEO in der Geschichte von BP an. Sie kommt von Woodside Energy, wo sie seit 2021 das Unternehmen zum größten börsennotierten Energiekonzern Australiens ausbaute, unter anderem durch die Übernahme von BHP Petroleum International. Zuvor sammelte sie 23 Jahre Erfahrung bei ExxonMobil.

Die Personalie unterstreicht BPs Absicht, die Rückkehr zu Öl und Gas konsequent voranzutreiben. Der scheidende CEO Murray Auchincloss bleibt bis Dezember 2026 beratend im Unternehmen, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.

Expansion im Upstream-Bereich

BP baut seine Position im Öl- und Gasgeschäft aktiv aus. Mit der türkischen TPAO wurde eine Absichtserklärung unterzeichnet, die Kooperationen in der Türkei und im Irak vorsieht – insbesondere in den Kirkuk-Feldern. Auch Libyen, Kasachstan und Aserbaidschan stehen auf der Liste möglicher Partnerschaften.

Im kaspischen Shah-Deniz-Gasfeld plant BP die Inbetriebnahme von sechs zusätzlichen Bohrlöchern, um die Kapazität auf 77 Millionen Kubikmeter pro Tag zu steigern.

Analysten uneinig

Die Einschätzungen der Experten gehen auseinander. Piper Sandler hob das Kursziel auf 44 Dollar an, bleibt aber bei "Neutral". Freedom Capital Markets stufte BP auf "Sell" herab und verwies auf schwache Erträge sowie den Stopp der Rückkäufe. Auch HSBC reduzierte auf "Reduce", Melius Research auf "Sell". J.P. Morgan hielt an "Hold" fest, erhöhte aber das Kursziel von 500 auf 520 Pence. Citi blieb bei "Buy".

Rückenwind mit Verfallsdatum

Der aktuelle Höhenflug der Aktie speist sich aus einem geopolitischen Sonderfaktor. Analysten erwarten, dass Ölproduzenten außerhalb des Nahen Ostens kurzfristig von höheren Preisen und Cashflows profitieren. Doch die strukturellen Herausforderungen bleiben: Sollte die Ölpreis-Prämie abschmelzen, bevor BP sein Veräußerungsprogramm und den Schuldenabbau abgeschlossen hat, könnte die Finanzlage schnell wieder unter Druck geraten. Meg O'Neill steht vor der Aufgabe, die strategische Neuausrichtung in nachhaltige Aktionärsrenditen zu übersetzen – in einem Marktumfeld, das sich jederzeit drehen kann.

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