Die Übernahme ist besiegelt, die Machtverhältnisse sind neu geordnet. Nach dem Einstieg von ADNOC über die Tochter XRG steht der Leverkusener Konzern vor einer kompletten Neuausrichtung. Während frisches Kapital die Kassen füllt, wirft der massive Umbau in der Führungsriege und der geschrumpfte Streubesitz Fragen zur künftigen Rolle der Aktie auf.

Das neue Machtgefüge

Mit dem Vollzug der strategischen Partnerschaft am 10. Dezember 2025 hat sich die Struktur bei Covestro grundlegend verändert. XRG hält nun 95,1 Prozent der Anteile, wodurch der Streubesitz auf marginale 4,9 Prozent gesunken ist. Parallel dazu wurde die vereinbarte Kapitalerhöhung durchgeführt: 1,17 Milliarden Euro flossen dem Unternehmen zu. Diese Mittel sind zweckgebunden und sollen die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft und Klimaneutralität beschleunigen.

Die Rahmenbedingungen wurden bereits im Vorfeld durch die EU-Kommission festgezurrt. Um die Genehmigung zu erhalten, musste ADNOC seine Satzung ändern und Staatsgarantien streichen. Zudem verpflichtete sich der neue Eigner, Nachhaltigkeitspatente zu fairen Bedingungen mit Wettbewerbern zu teilen.

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Führungswechsel in Leverkusen

Der Eigentümerwechsel schlägt sich direkt im Personal nieder. Seit dem 20. Dezember führt Rainer Seele den Aufsichtsrat. Der ehemalige OMV-Chef vertritt die Interessen von XRG und ersetzt Richard Pott, der das Gremium seit der Unternehmensgründung geleitet hatte. Auch im Vorstand zeichnet sich ein Aderlass ab: Finanzchef Christian Baier hat seinen Rückzug für September 2026 angekündigt. CEO Markus Steilemann bleibt hingegen an Bord, um den Übergang operativ zu steuern.

Operative Belastungen

Abseits der strategischen Neuordnung kämpft Covestro weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld. Die Zahlen zum dritten Quartal 2025 offenbarten die anhaltenden Probleme:
* Das EBITDA fiel um 15,7 Prozent auf 242 Millionen Euro.
* Die Jahresprognose wurde auf 700 bis 800 Millionen Euro eingegrenzt.
* Ein Brand in einem externen Umspannwerk verursachte einen dreistelligen Millionenschaden.

Zusätzlich drücken die schwache Nachfrage in den Kernmärkten und der Preisdruck durch asiatische Importe auf die Margen.

Während die langfristige Finanzierung durch den neuen Eigentümer gesichert scheint, hat die Aktie ihren Charakter als klassisches Investment verloren. Aufgrund des extrem niedrigen Streubesitzes ist die Liquidität an der Börse massiv eingeschränkt, was den Titel für Privatanleger faktisch bedeutungslos macht.

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