Erste Group Aktie: Dividendenschock
Die Erste Group Bank lieferte für 2025 Rekordgewinne – und kürzt gleichzeitig die Dividende um 75 Prozent. Der Grund: Die milliardenschwere Expansion nach Polen verschlingt Kapital. Während die operativen Zahlen überzeugen, dürften Einkommensinvestoren enttäuscht sein.
Historischer Gewinn, drastische Kürzung
Der Nettogewinn kletterte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12,3 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie stieg von 7,20 auf 8,24 Euro. Der Zinsüberschuss erreichte 7,79 Milliarden Euro, das Provisionsergebnis lag bei 3,2 Milliarden Euro. Allein im vierten Quartal überschritt der Zinsüberschuss erstmals die Marke von 2,0 Milliarden Euro.
Doch die starke Performance hat ihren Preis: Der Vorstand schlägt eine Dividende von lediglich 0,75 Euro je Aktie vor – nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote sinkt von 50-55 Prozent auf gerade einmal 10 Prozent. Die Zahlung ist für den 24. April 2026 geplant.
Sieben Milliarden für Polen
Verantwortlich für die Dividendenkürzung ist die Übernahme eines 49-Prozent-Anteils an der Santander Bank Polska sowie eines 50-Prozent-Anteils an Santander TFI. Die Transaktion, vollständig aus Eigenmitteln finanziert, verschlang insgesamt 7 Milliarden Euro. Es handelt sich um eine der größten grenzüberschreitenden Bankentransaktionen in Europa der vergangenen Jahre.
485 Filialen und 1.400 Bankomaten in Polen werden nun umgestaltet. Das Rebranding startet bereits im zweiten Quartal 2026, der gesamte Integrationsprozess soll rund zwei Jahre dauern. Die Erste Group rechnet mit Integrationskosten von 180 Millionen Euro sowie einer einmaligen Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto, was netto etwa 120 Millionen Euro belastet.
Kapitalpolster bleibt komfortabel
Trotz der massiven Investition steht die Bank solide da. Die harte Kernkapitalquote (CET1) kletterte 2025 auf 19,3 Prozent, nach 15,3 Prozent im Vorjahr. Starke Profitabilität und einbehaltene Gewinne steuerten rund 4,5 Milliarden Euro zum CET1 bei. Das verschafft ausreichend Puffer für Wachstum und Integration.
Das Kreditvolumen der Gruppe wuchs um 6,4 Prozent auf 232,0 Milliarden Euro. In den Märkten außerhalb Österreichs lag das Wachstum sogar bei 10,5 Prozent. Der Provisionsüberschuss legte um 8,6 Prozent zu, getrieben durch Zahlungsverkehr sowie Wertpapier- und Versicherungsdienstleistungen.
Ambitionierte Ziele für 2026
Für das laufende Jahr peilt die Erste Group ein organisches Kreditwachstum von über 5 Prozent an. Der Zinsüberschuss soll auf mehr als 11 Milliarden Euro steigen, das Provisionsergebnis auf rund 4 Milliarden Euro. Der bereinigte Nettogewinn wird bei etwas über 4 Milliarden Euro erwartet, was einer Eigenkapitalrendite von etwa 19 Prozent entspräche.
Allerdings drohen regulatorische Gegenwinds: Bankensteuern und Abgaben, vor allem aus Ungarn und Rumänien, dürften 2026 mit rund 450 Millionen Euro zu Buche schlagen. Der vollständige Jahresabschluss erscheint am 13. März, die Hauptversammlung findet am 17. April statt.
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