Covestro Aktie: Aktuelle Einschätzungen
Das monatelange Tauziehen hat ein Ende, die Ungewissheit weicht vollendeten Tatsachen. Nach einer Zitterpartie durch die Instanzen sind nun auch die letzten regulatorischen Hürden für die Übernahme durch den Ölriesen Adnoc gefallen. Während das operative Geschäft schwächelt, stellt sich für Anleger jetzt die entscheidende Frage: Ist der Deal damit endgültig in trockenen Tüchern oder lauert noch eine letzte Falle auf dem Weg zum Closing?
Bahn frei für den Mega-Deal
Die wichtigste Botschaft vorab: Der Weg für die 11,7 Milliarden Euro schwere Transaktion ist frei. Nachdem Investoren lange den Atem anhielten, gaben nun die entscheidenden Behörden ihren Segen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) winkte die Übernahme durch die Adnoc-Tochter XRG bereits am 21. November durch.
Auch aus Brüssel gibt es keine Einwände mehr. Die EU-Kommission erteilte ihre wettbewerbsrechtliche Freigabe, wenngleich mit einer Auflage: Um Marktverzerrungen zu verhindern, muss Adnoc der Konkurrenz Zugriff auf bestimmte Nachhaltigkeitspatente gewähren. Damit sind die bürokratischen Fesseln gelöst, und der Vollzug der Übernahme dürfte in den kommenden Tagen offiziell verkündet werden.
Zentrale Eckpunkte der Einigung:
* Genehmigungen erteilt: Grünes Licht von EU-Kommission und BMWK liegt vor.
* Finanzspritze: Adnoc plant eine Kapitalerhöhung von 1,17 Milliarden Euro, um Covestros Strategie zu stützen.
* Zeitplan: Das formale "Closing" wird kurzfristig erwartet.
Insider sendet klares Verkaufssignal
Dass die Luft für weitere Kursfantasien dünn wird, beweist ein Blick in die Führungsetage. Aufsichtsratsmitglied Patrick Webster Thomas nutzte die Gunst der Stunde und stieß ein Aktienpaket im Wert von über 300.000 Euro ab – und zwar exakt zum offiziellen Angebotspreis.
Diese Transaktion ist ein deutlicher Wink mit dem Zaunpfahl: Wer direkt an der Quelle sitzt, rechnet offensichtlich nicht mehr mit nennenswerten Aufschlägen. Der Deal wird intern als "erledigt" betrachtet. Auch institutionelle Schwergewichte positionieren sich bereits für das Finale; so meldete JPMorgan zuletzt Anpassungen bei den Stimmrechtsanteilen.
Operative Schwäche trifft auf charttechnische Realität
Die Übernahme kommt für den Leverkusener Konzern zur rechten Zeit, denn operativ kämpft das Unternehmen mit starkem Gegenwind. Erst kürzlich musste die Prognose für 2025 gesenkt werden; die Nachfrage schwächelt. Ohne die schützende Hand von Adnoc sähe die Kursrealität vermutlich deutlich düsterer aus.
Zum Wochenausklang zeigte sich der Titel leicht schwächer und ging mit einem Schlusskurs von 58,92 € ins Wochenende. Das entspricht einem Tagesverlust von -0,54%.
Trotz der positiven Übernahme-Nachrichten notiert die Aktie damit aktuell unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 60,74 € (erreicht im Juli 2025). Der Abstand zum gleitenden 50-Tage-Durchschnitt (59,40 €) ist mit -0,81% marginal, was die abwartende Haltung des Marktes kurz vor dem Vollzug unterstreicht. Interessant ist der RSI (14 Tage) von 30,3, der auf eine technisch fast überverkaufte Situation hindeutet – in diesem Übernahme-Szenario jedoch eher die starre Fixierung auf den Angebotspreis widerspiegelt.
Fazit: Das letzte Kapitel?
Mit der Beseitigung der regulatorischen Hindernisse ist das Risiko eines Scheiterns praktisch vom Tisch. Für Kleinaktionäre rückt nun das Szenario eines Squeeze-outs oder Delistings in den Fokus, auch wenn Adnoc bisherige Pläne zur Eigenständigkeit beteuert. Die Upside-Chancen sind durch das feststehende Angebot begrenzt, während das operative Geschäft weiterhin kränkelt. Das Kapitel "Übernahmeschlacht" schließt sich – jetzt beginnt die Integration.
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