Bayer hat heute die Zahlen für 2025 vorgelegt – und die sehen auf den ersten Blick verheerend aus. Unter dem Strich weitete sich der Nettoverlust um gut eine Milliarde Euro auf 3,6 Milliarden Euro aus. Verantwortlich dafür sind vor allem die anhaltenden Glyphosat- und PCB-Klagen in den USA, die den Leverkusener Konzern weiterhin massiv belasten.

Doch trotz dieser Hiobsbotschaft zeigt sich die Aktie heute überraschend robust. Im frühen Handel legte der Titel zeitweise um knapp ein Prozent zu. Offenbar hatten Anleger mit noch schlechteren Zahlen gerechnet – oder sie klammern sich an die Hoffnung, dass das operative Geschäft stabilere Signale sendet.

Operativ besser als befürchtet

Tatsächlich fielen die Kerngeschäftszahlen etwas besser aus als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz sank zwar nominell um 2,2 Prozent auf 45,58 Milliarden Euro, bereinigt um Währungseffekte und Portfolioveränderungen ergibt sich jedoch ein Plus von 1,1 Prozent. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel um 4,5 Prozent auf 9,67 Milliarden Euro – beide Werte liegen über den mittleren Markterwartungen.

Die Rechtsstreitigkeiten bleiben dennoch das bestimmende Thema. Mitte Februar kündigte Bayer-Tochter Monsanto einen Sammelvergleich an, um aktuelle und künftige Roundup-Klagen beizulegen. Über 21 Jahre sollen bis zu 7,25 Milliarden Dollar fließen – umgerechnet rund 6,8 Milliarden Euro. Allein 2026 werden Auszahlungen von etwa fünf Milliarden Euro erwartet. Der Vergleich steht allerdings noch unter Gerichtsvorbehalt. Parallel hofft Bayer weiterhin auf ein positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts, das die Klagewelle endgültig eindämmen könnte.

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Ausblick enttäuscht – Verschuldung steigt drastisch

Für 2026 rechnet Bayer mit einer weitgehend stabilen Geschäftsentwicklung. Der Umsatz soll bei 44 bis 46 Milliarden Euro liegen, das bereinigte operative Ergebnis bei 9,1 bis 9,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt würde das bestenfalls ein kleines Plus bedeuten – doch bereits eingepreist sind negative Wechselkurseffekte. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem leichten Ergebnisplus gerechnet, das dürfte nun enttäuscht werden.

Deutlich alarmierender ist jedoch der Blick auf den Cashflow. Bayer erwartet für 2026 einen negativen freien Mittelfluss von 1,5 bis 2,5 Milliarden Euro – das Unternehmen verbrennt also Geld. Die Nettofinanzverschuldung dürfte dadurch bis Jahresende auf 32 bis 33 Milliarden Euro ansteigen, nachdem sie sich 2025 noch auf 29,8 Milliarden Euro verbessert hatte. Ein klarer Rückschritt in Sachen Bilanzstabilität.

Die Dividende bleibt mit 0,11 Euro je Aktie auf Vorjahresniveau – symbolisch eher ein Zeichen der Kontinuität als eine echte Rendite für Aktionäre. Auf der Hauptversammlung am 24. April sollen zudem zwei neue Aufsichtsratsmitglieder gewählt werden: Marcel Smits und Alfred Stern.

Für Anleger bleibt Bayer ein Geduldsspiel. Die operativen Zahlen zeigen immerhin, dass das Kerngeschäft nicht zusammenbricht. Doch solange die Rechtsstreitigkeiten Milliarden verschlingen und die Verschuldung steigt, bleibt das Papier hochriskant.

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