Die Commerzbank setzt im Abwehrkampf gegen UniCredit auf massive Kapitalrückgaben: Die Dividende steigt um 69 Prozent, ein neues Rückkaufprogramm läuft bereits. Mit einem bereinigten Gewinn von 3,0 Milliarden Euro erreichte die Bank 2025 einen neuen Rekord – doch UniCredit-Chef Andrea Orcel lässt sich Zeit bis Ende 2027.

Zahlen nahe am Allzeithoch

Der Nettogewinn belief sich 2025 auf 2,63 Milliarden Euro und lag damit nur knapp unter dem Vorjahreswert von 2,68 Milliarden Euro. Bereinigt um Restrukturierungskosten für den Stellenabbau kletterte das Ergebnis sogar auf 3,0 Milliarden Euro – ein neuer Höchststand.

Die Erträge wuchsen um zehn Prozent auf 12,2 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss erreichte 8,2 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrags-Quote verbesserte sich auf 57 Prozent.

Faktenblock: Geschäftsjahr 2025

KennzahlWert
Nettoergebnis2,63 Mrd. Euro
Bereinigtes Ergebnis3,0 Mrd. Euro
Dividende je Aktie1,10 Euro
Aktienrückkauf (neu)bis zu 540 Mio. Euro
Gesamte Kapitalrückgabe2,7 Mrd. Euro

2,7 Milliarden für die Aktionäre

Die Dividende soll von 0,65 auf 1,10 Euro je Aktie steigen – ein Plus von 69 Prozent. Die Hauptversammlung am 20. Mai muss dem Vorschlag noch zustimmen.

Bereits am 12. Februar startete ein weiteres Rückkaufprogramm über bis zu 540 Millionen Euro, das bis spätestens 26. März abgeschlossen sein soll. Zusammen mit dem im Dezember 2025 beendeten Rückkauf über eine Milliarde Euro fließen insgesamt 2,7 Milliarden Euro an die Anteilseigner zurück.

Orlopp erhöht Prognose

Vorstandschefin Bettina Orlopp hob die Gewinnprognose für 2026 über die bisherige Zielmarke von 3,2 Milliarden Euro an. Bis 2028 peilt die Bank 4,2 Milliarden Euro Nettogewinn an.

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Der Zinsüberschuss soll 2026 auf 8,5 Milliarden Euro wachsen. Die Kosten-Ertrags-Quote soll auf 54 Prozent sinken, bis 2028 auf 50 Prozent. Dabei setzt Orlopp verstärkt auf Künstliche Intelligenz zur Effizienzsteigerung.

UniCredit nähert sich der 30-Prozent-Schwelle

Die ehrgeizigen Ausschüttungen sind Teil der Abwehrstrategie gegen UniCredit. Die italienische Großbank hält mittlerweile gut 26 Prozent der Commerzbank-Anteile und kontrolliert über Finanzinstrumente weitere gut drei Prozent. Bei Überschreiten der 30-Prozent-Marke würde ein offizielles Übernahmeangebot verpflichtend.

UniCredit-Chef Andrea Orcel betonte in einem CNBC-Interview, er könne sich bis Ende 2027 Zeit lassen. Gleichzeitig deutete er an, bei günstigen Konditionen zuzuschlagen. Wahrscheinlich ab dem 22. Februar könnte UniCredit eigene Aktien als Übernahmewährung einsetzen – was die Transaktion deutlich günstiger machen würde.

Die Bundesregierung, die noch rund 12 Prozent hält, lehnt einen Verkauf weiterhin ab.

Kurs unter Druck

Die Aktie verlor nach Veröffentlichung der vollständigen Zahlen am 11. Februar zeitweise bis zu sechs Prozent. Analysten bemängelten, dass der Geschäftsausblick nicht vollständig den Erwartungen entsprach.

Die Commerzbank befindet sich in einem Spannungsfeld: Operativ läuft es stark, doch der externe Übernahmedruck bleibt bestehen. Ob die erhöhten Ausschüttungen Aktionäre davon überzeugen, ihre Anteile nicht an UniCredit zu verkaufen, wird die Kursentwicklung der kommenden Monate zeigen. Orcel hat bis Ende 2027 Zeit – und macht keinen Hehl daraus, auf den richtigen Moment zu warten.

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