Coinbase Aktie: Plattform-Ausbau
Coinbase will mehr sein als nur eine Krypto-Börse. Mit dem Start des flächendeckenden Aktien- und ETF-Handels in den USA treibt das Unternehmen den Umbau zur Multi-Asset-Plattform voran. Heute bekommt diese Strategie zusätzlich Bühne: CFO Alesia Haas stellt sich auf einer Morgan-Stanley-Konferenz den Fragen – in einer Phase, in der Anleger nach klaren Antworten suchen.
Aktien und ETFs jetzt in der App
Der neue Schritt ist praktisch wie symbolisch wichtig: In der Coinbase-App können nun alle US-Nutzer provisionsfrei Aktien und ETFs handeln – 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Mehr als 8.000 in den USA gelistete Titel stehen bereit, inklusive Bruchstücken ab 1 US-Dollar. Einzahlungen sollen „instant“ über Dollar oder USDC funktionieren.
Abgewickelt wird das Ganze über Coinbase Capital Markets, reguliert als FINRA- und SIPC-Mitglied, mit T+1-Abwicklung. Für Clearing, Verwahrung und Ausführung setzt Coinbase auf Apex Fintech Solutions. Heißt: Vorderseite Coinbase, Backend klassisches Brokerage.
Zusätzlich kooperiert das Unternehmen mit Yahoo Finance. Dort soll ein „Trade [Asset] on Coinbase“-Button den Wechsel von Recherche zu Order erleichtern. Gleichzeitig fließen Echtzeitdaten von Coinbase in Yahoo-Finance-Marktseiten ein – ein Versuch, Reichweite und Conversion direkt zu verbinden.
Warum Coinbase gerade jetzt diversifiziert
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Die jüngsten Quartalszahlen haben den Druck erhöht: Im vierten Quartal meldete Coinbase einen Nettoverlust von 667 Mio. US-Dollar. Die Transaktionserlöse sanken gegenüber dem Vorquartal, und auch „Subscription & Services“ gingen zurück. Beim Gewinn je Aktie lagen 0,66 US-Dollar unter den erwarteten 0,83 US-Dollar, der Umsatz blieb mit 1,78 Mrd. US-Dollar unter den prognostizierten 1,86 Mrd. US-Dollar.
Gleichzeitig verweist das Management auf Rekorde über das Gesamtjahr 2025: Höchste Handelsvolumina, ein deutlicher Zuwachs beim Marktanteil im Krypto-Spot-Handel sowie ein Rekord bei „Subscription & Services“ im Gesamtjahr. Genau dieser Kontrast erklärt den Strategiewechsel: Coinbase will weniger abhängig von den schwankenden Krypto-Transaktionsvolumina werden – also von genau dem Geschäft, das in schwachen Marktphasen schnell austrocknet.
Konkurrenzdruck, Buybacks und der Blick auf Q1
Mit Aktien und ETFs rückt Coinbase näher an klassische Retail-Broker heran – und damit auch an Robinhood, das zuletzt selbst stärker Richtung Krypto expandiert hat. Zusätzlich baut Coinbase weitere Bausteine: Der Zugang zu Prognosemärkten in den USA startet über Kalshi, und für das Frühjahr plant das Unternehmen „Stock Perpetuals“ außerhalb der USA, um rund um die Uhr US-Aktien-Exposure mit geringerem Kapitaleinsatz zu ermöglichen.
Kapitalmarktseitig setzt Coinbase parallel auf Rückkäufe: In Q4 wurden rund 3,3 Mio. Aktien für 850 Mio. US-Dollar zurückgekauft, bis zum 10. Februar kamen weitere 4,9 Mio. Stück für 895 Mio. US-Dollar hinzu. Insgesamt 1,7 Mrd. US-Dollar sollen die Verwässerung durch aktienbasierte Vergütung 2025 mehr als ausgeglichen haben. Im Januar genehmigte der Vorstand zusätzlich 2 Mrd. US-Dollar; verfügbar waren laut Unternehmen zum 10. Februar noch 2,3 Mrd. US-Dollar.
An der Wall Street ist der Ton vorsichtiger geworden. Kursziele wurden teils gesenkt, etwa bei der Bank of America auf 288 US-Dollar (zuvor 340), trotz weiter bestehender Kaufempfehlung. Mizuho reduzierte sein Ziel sogar auf 170 US-Dollar (von 280) und blieb bei „Neutral“ – mit Verweis auf schwächere Bitcoin-Preise und anhaltenden Gegenwind im Kryptomarkt.
Eine Frage drängt sich auf: Kann das neue Multi-Asset-Angebot die Abhängigkeit von Krypto-Gebühren spürbar senken? Genau darauf zielt auch der Ausblick: Für Q1 2026 erwartet das Management beim „Subscription & Services“-Umsatz 550 bis 630 Mio. US-Dollar – dieser Bereich soll zusammen mit Plattform-Erweiterungen wie dem erweiterten Aktienhandel mehr Stabilität ins Modell bringen.
Zum Wochenstart notierte die Aktie bei 158,44 € und liegt seit Jahresanfang deutlich im Minus (YTD: -21,95%). Heute Abend um 22:50 Uhr deutscher Zeit (entspricht 16:50 Uhr ET) liefert der Auftritt der CFO auf der Morgan Stanley TMT Conference den nächsten konkreten Termin, an dem Investoren mehr Details zur Umsetzung und zum Ertragspotenzial der neuen Plattform-Strategie erwarten.
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