Palantir steht diese Woche gleich aus zwei Richtungen im Scheinwerferlicht: Ein geplanter Insiderverkauf von Mitgründer Peter Thiel trifft auf einen kräftigen Schub von der Analystenseite. Gleichzeitig verändert der eskalierende Nahost-Konflikt die Erzählung rund um „Defense-AI“ spürbar. Genau dieses Spannungsfeld sorgt an der Börse für ein Tauziehen.

Geopolitik treibt das Defense-AI-Narrativ

Die jüngste Kursdynamik begann bereits in der vergangenen Woche, als sich die Lage rund um Iran zuspitzte und Drohungen sowie militärische Aktionen der USA und Israels die Risiken am Markt erhöhten. Zusätzlich hat Iran die Straße von Hormus geschlossen – eine zentrale Route für Öltransporte. Steigende Ölpreise und ein vorsichtigeres Anlegerverhalten waren die Folge.

In so einem Umfeld profitieren Titel, die eng mit staatlichen Sicherheits- und Verteidigungsbudgets verknüpft sind, oft zumindest in der Wahrnehmung. Bei Palantir passt das ins Bild, weil ein großer Teil der Erlöse aus US-Regierungs- und Militärverträgen stammt. Der Haken: Wenn der Gesamtmarkt in den Risiko-Reduktionsmodus schaltet, geraten auch zuvor starke Gewinner schnell wieder unter Druck.

Thiels Insiderverkauf: groß, aber nicht „getimt“

Für Gesprächsstoff sorgt ein Verkaufsvorhaben von Peter Thiel: Laut Einreichung kann er bis zu 2 Millionen Class-A-Aktien veräußern, was in der Mitteilung mit rund 280 Millionen Dollar beziffert wird. Entscheidend ist jedoch der Rahmen: Der Verkauf läuft über einen Rule-10b5-1-Plan, der bereits am 14. November 2025 aufgesetzt wurde.

Solche Pläne legen Handelsparameter im Voraus fest. Sie gelten als Mechanismus, der Diversifikation ermöglicht und gleichzeitig den Verdacht reduzieren soll, Insider könnten mit nicht-öffentlichen Informationen „den Markt timen“. Entsprechend liefert der Vorgang für sich genommen keinen harten Hinweis auf eine veränderte Geschäftslage. Thiel bleibt zudem über stimmberechtigte Class-F-Anteile weiterhin eine der einflussreichsten Figuren im Unternehmen; zuletzt hatte er laut SEC-Unterlagen im Oktober 2024 Aktien abgestoßen.

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Analysten werden optimistischer – aber Bewertung bleibt das Thema

Gegen den schwächeren Handelstag setzte Rosenblatt Securities ein klares Signal: Die Analysten bestätigten ihr „Buy“-Rating und hoben das Kursziel von 150 auf 200 US-Dollar an. Begründung: steigende Nachfrage nach Verteidigungstechnologien. Analyst John McPeake argumentiert, dass sich in einem eskalierenden Konflikt integrierte Plattformen gegenüber isolierten „Standalone“-LLM-Lösungen profilieren könnten. Als zusätzliches Umfeldsignal wird eine breitere „Defense-AI“-Neuausrichtung in den USA genannt, unter anderem rund um Pentagon-Initiativen, bei denen nicht alle prominenten KI-Anbieter zum Zug kamen.

Der Optimismus baut auf handfesten Zahlen auf: Im letzten Quartal stieg der Umsatz um 70% auf 1,4 Milliarden Dollar. Besonders stark wuchs das US-Kommerzgeschäft mit plus 137% auf 507 Millionen Dollar. Parallel legte das US-Regierungsgeschäft um 66% auf 570 Millionen Dollar zu. Auffällig auch die Profitabilität im Cashflow: Der bereinigte Free Cashflow lag bei 791 Millionen Dollar, was einer Marge von 56% entspricht.

Für 2026 stellte Palantir außerdem 7,18 bis 7,20 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht – deutlich über den im Text genannten Analystenschätzungen von 6,21 Milliarden Dollar. Zusätzlich stützen neue Aufträge und Partnerschaften die Story, darunter ein auf fünf Jahre angelegter 1-Milliarde-Dollar-Vertrag mit dem Department of Homeland Security sowie eine Zusammenarbeit mit GE Aerospace und dem US-Verteidigungsministerium für KI-Analytik bei der Triebwerkswartung.

Trotzdem bleibt die Bewertung der neuralgische Punkt. Im Artikel wird Palantir mit rund 342 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung sowie etwa dem 47-Fachen des erwarteten Jahresumsatzes und dem 108-Fachen des erwarteten Gewinns beschrieben. Kritiker verweisen zudem auf politische Sensitivität von Regierungsaufträgen und Konkurrenz durch Anbieter wie Snowflake, Databricks und große Cloud-Konzerne. Kann die operative Dynamik schnell genug wachsen, um diese Erwartungshaltung dauerhaft zu tragen? Genau hier liegt der Kern der Debatte.

Zum Wochenstart hatte die Aktie noch deutlich Rückenwind, heute steht sie bei 126,34 € und damit in den letzten 7 Tagen klar im Plus (+15,46%). Gleichzeitig signalisiert der RSI von 78,8 eine kurzfristig sehr heiß gelaufene Lage.

Im Fokus der nächsten Wochen dürfte weniger der vorab geplante Insiderverkauf stehen, sondern ob die starke Wachstums- und Auftragsstory das hohe Bewertungsniveau weiter rechtfertigen kann – gerade in einem Markt, der wegen Nahost und Ölpreisrisiken schneller zwischen Risikoappetit und Vorsicht umschaltet.

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