Jahrelang galt der Konzern als Sanierungsfall, nun fließt wieder Geld an die Aktionäre. Auf der Berliner Hauptversammlung feierte Siemens Energy nicht nur Rekordaufträge, sondern auch das symbolische Ende der Krise durch eine Dividende von 0,70 Euro. Doch hinter dem Applaus bleibt eine entscheidende strategische Frage offen: Wie geht es mit dem ehemaligen Sorgenkind Gamesa weiter?

Rekordzahlen und Dividenden-Rückkehr

Aufsichtsratschef Joe Kaeser sparte in Berlin nicht mit großen Worten und ordnete die jüngste Entwicklung als einen der bemerkenswertesten Turnarounds der DAX-Geschichte ein. Das Fundament dieser Aussage ist solide: Der Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro ein neues Rekordniveau.

Möglich wurde die Ausschüttung der Dividende erst durch die vorzeitige Rückzahlung staatlicher Garantien. Operativ untermauerte das Unternehmen den Optimismus mit starken Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026. Der Gewinn verdoppelte sich auf 1,16 Milliarden Euro, getrieben von der Sparte Gas Services und einer enormen Nachfrage nach Netzinfrastruktur für Rechenzentren. An der Börse wird dieser Erfolg honoriert: Seit Jahresanfang legte der Kurs um über 34 Prozent zu und notierte am Freitag bei 165,00 Euro, nur knapp unter dem jüngsten Allzeithoch.

Streit um die Windkraft-Sparte

Trotz der Euphorie herrscht im Hintergrund Uneinigkeit über die Strategie. Der US-Aktivist Ananym Capital fordert lautstark die Abspaltung der Windkraft-Tochter Siemens Gamesa und stellt eine Bewertung von bis zu 10 Milliarden US-Dollar in den Raum. Das Management unter CEO Christian Bruch lehnt dies jedoch ab und erhält dabei Unterstützung von Großinvestoren wie der DWS und Union Investment.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Siemens Energy?

Die Zahlen geben Bruch momentan recht: Der operative Verlust bei Gamesa konnte im ersten Quartal massiv von über einer Milliarde auf 46 Millionen Euro eingedämmt werden. Das Ziel für das laufende Jahr ist der Break-even. Sollte diese Gewinnschwelle erreicht werden, dürfte dies den Kritikern der integrierten Konzernstruktur Wind aus den Segeln nehmen.

Offensive in den USA

Um das Wachstum langfristig zu sichern, richtet der Konzern den Blick verstärkt über den Atlantik. CEO Bruch bezeichnete den amerikanischen Strommarkt als die am schnellsten wachsende Region und kündigte Investitionen von einer Milliarde US-Dollar in US-Standorte an.

Parallel dazu sollen die Aktionäre auch künftig profitieren: Ein geplantes Aktienrückkaufprogramm von bis zu 6 Milliarden Euro bis 2028 soll den Kurs stützen. Die Prognose für das laufende Geschäftsjahr sieht ein Umsatzwachstum von bis zu 13 Prozent vor.

Fazit

Siemens Energy hat sich operativ eindrucksvoll zurückgemeldet. Die Kombination aus Dividende, Aktienrückkäufen und einem vollen Auftragsbuch rechtfertigt die jüngste Kursrallye, die den Titel auf eine 12-Monats-Performance von über 200 Prozent hievte. Der entscheidende Realitätscheck folgt am 12. Mai mit den nächsten Quartalszahlen. Gelingt es dem Management dann, den Turnaround bei Gamesa weiter zu bestätigen, dürfte die Diskussion um eine Zerschlagung endgültig vom Tisch sein.

Siemens Energy-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Siemens Energy-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:

Die neusten Siemens Energy-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Siemens Energy-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Siemens Energy: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...