BayWa Aktie: Funkstille?
Die BayWa AG meldet einen herben Rückschlag im laufenden Sanierungsverfahren: Die Ökostromtochter BayWa r.e. verfehlt ihre Planungen deutlich – ausgerechnet jene Einheit, deren Verkauf die Refinanzierung des kriselnden Konzerns sichern sollte. Der Münchner Agrar- und Energiekonzern muss nun erneut mit Banken und Großaktionären verhandeln.
Am 2. Februar 2026 informierte BayWa per Ad-hoc-Mitteilung über „wesentliche Abweichungen" bei der Geschäftsplanung der BayWa r.e. AG. Verantwortlich dafür seien spürbare Marktveränderungen im Sektor der erneuerbaren Energien in den USA und Europa. Die Konsequenz: Die geplanten Gesamterlöse aus dem bis Ende 2028 vorgesehenen Verkauf der Beteiligung sinken.
Verzögerung beim Jahresabschluss
Die Neubewertung hat direkte Folgen für die Transparenz: Die Veröffentlichung des Jahresabschlusses für 2025, ursprünglich für spätestens Ende April 2026 geplant, verzögert sich voraussichtlich. Das Unternehmen hat vorsorgliche Gespräche mit Banken und Großaktionären aufgenommen. Damit steht der laufende Restrukturierungsplan erneut zur Disposition.
BayWa befindet sich seit Sommer 2024 in einem umfassenden Sanierungsverfahren nach StaRUG. Der Konzern war damals aufgrund hoher Verluste und Liquiditätsprobleme knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt. Banken und Eigentümer stellten hunderte Millionen Euro bereit und initiierten einen radikalen Umbau.
Das Ziel ist ambitioniert: Die Bankverbindlichkeiten sollen bis Ende 2028 von ursprünglich 5,4 Milliarden Euro auf etwa 1,3 Milliarden Euro sinken. Dies geht mit einem massiven Personalabbau von über 23.000 auf rund 8.000 Mitarbeiter und dem Verkauf von zwei Dritteln der Geschäftsaktivitäten einher.
Cefetra-Deal als Hoffnungsträger
Ein zentrales Element des Sanierungsplans bleibt der Verkauf der Agrarhandelstochter Cefetra Group. Der im Dezember 2025 vertraglich besiegelte Deal soll die drückenden Bankverbindlichkeiten spürbar reduzieren. Der Vorstand erwartet den Vollzug der Transaktion noch im laufenden ersten Quartal 2026.
Parallel zur finanziellen Krise vollzieht sich ein tiefgreifender Führungswechsel. Ende März verlassen die Europapolitikerin Monika Hohlmeier (CSU) und der österreichische Bankdirektor Michael Höllerer das Aufsichtsratsgremium, Ende Mai folgt Monique Surges. Die Aufsichtsräte waren in die Kritik geraten, weil sie den schuldenfinanzierten Expansionskurs gestützt hatten, der BayWa 2024 in die Schieflage brachte.
Verschärfte Kontrolle
Dem Vorstand soll das Gremium künftig genauer auf die Finger schauen: Alle Geschäfte über 50 Millionen Euro müssen vom Aufsichtsrat gebilligt werden – vorher lag die Schwelle bei 200 Millionen Euro. Von 2028 an sollen die Mitglieder gestaffelt gewählt werden, sodass jedes Jahr zwei Posten neu zu besetzen sind. Zudem wird die Amtszeit von fünf auf vier Jahre verkürzt.
Auch an der Vorstandsspitze gab es zuletzt einen abrupten Wechsel. CEO Dr. Frank Hiller legte sein Amt am 9. Januar überraschend nieder. Vorständin Marlen Wienert übernimmt zusätzlich zu ihren bisherigen Aufgaben das Personalressort sowie den Bereich Nachhaltigkeit.
Der Erfolg der Sanierung hängt nun maßgeblich davon ab, wie kooperativ sich die Finanzierungspartner bei der Anpassung der Konzepte zeigen und wie stark die Bewertung der BayWa r.e. tatsächlich korrigiert werden muss. Konkrete Zahlen zum Fortschritt der Sanierung liefert das Unternehmen am 26. März 2026 mit der Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal 2025.
BayWa-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue BayWa-Analyse vom 01. März liefert die Antwort:
Die neusten BayWa-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für BayWa-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 01. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
BayWa: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








