Commerzbank Aktie: Milliarden-Poker
Die Commerzbank will es alleine schaffen – und legt dafür 1,75 Milliarden Euro auf den Tisch. Während UniCredit seinen Anteil auf knapp 29 Prozent hochgeschraubt hat und ab sofort komplett mit eigenen Aktien zahlen könnte, kontert Frankfurt mit einer erfolgreichen Anleiheemission. Doch die Börse honoriert die Eigenständigkeit bislang nicht: Die Aktie verlor am Freitag 3,5 Prozent und liegt seit Jahresanfang im Minus.
Anleihe ohne Stützung platziert
Die Frankfurter platzierten gleich zwei Tranchen: eine klassische Senior-Anleihe über eine Milliarde Euro mit Laufzeit bis 2031 sowie einen Green Bond über 750 Millionen Euro, fällig 2037. Beide unbesichert, nicht-bevorrechtigt – und ohne jede Preisstabilisierung durch die begleitenden Banken. Die Nachfrage war von Beginn an robust genug, dass künstliche Stützungskäufe überflüssig wurden.
Mit dem grünen Bond erschließt sich die Bank weiteres Kapital aus dem wachsenden Segment für nachhaltige Finanzierungen und verbreitert ihre Investorenbasis gezielt. Ein Signal an die Märkte: Wir kommen auch ohne UniCredit an frisches Geld.
Rekordgewinn reicht nicht
Das operative Ergebnis 2025 erreichte mit 4,5 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert, ein Plus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Nettogewinn belief sich auf 2,63 Milliarden Euro. Parallel läuft ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 540 Millionen Euro noch bis 26. März. Zusammen mit der geplanten Dividende von 1,10 Euro je Aktie gibt die Bank 2,7 Milliarden Euro an die Aktionäre zurück – mehr als ihren gesamten Jahresgewinn.
Der Haken: Der Ausblick für 2026 enttäuschte. Die Commerzbank will das bisherige Gewinnziel von 3,2 Milliarden Euro übertreffen. Der Marktkonsens lag jedoch bereits bei 3,4 Milliarden Euro. Anleger hatten auf eine aggressivere Zielsetzung gehofft. Zusätzlich mussten bei der Beteiligung an Aquila Capital erneut 52 Millionen Euro abgeschrieben werden – bereits zwei Drittel des Kaufpreises von 2024 sind damit vernichtet.
UniCredit gewinnt rechtlichen Spielraum
Seit dem 22. Februar kann UniCredit ein mögliches Übernahmeangebot vollständig mit eigenen Aktien bezahlen. Hintergrund ist eine Frist im deutschen Übernahmerecht: Wer in den sechs Monaten vor einem Angebot nicht mehr als fünf Prozent der Zielgesellschaft gegen Geld kauft, darf später komplett in Aktien zahlen. UniCredit hatte zuletzt im August größere Positionen gegen Barzahlung erworben – diese Sechsmonatsfrist ist nun abgelaufen.
Die Italiener halten derzeit rund 26 Prozent direkt sowie knapp 4 Prozent über Finanzinstrumente. Ab 30 Prozent wäre ein Pflichtangebot für die übrigen Anteile fällig. Der Bund hält weiter 12 Prozent und lehnt eine Übernahme ab – ein politischer Blockierer für jede feindliche Variante.
Quartalszahlen am 8. Mai entscheidend
Das laufende Rückkaufprogramm endet Ende März. Die Quartalszahlen folgen am 8. Mai 2026, die Hauptversammlung ist für den 20. Mai angesetzt. Bis dahin dürfte der Kurs zwischen operativer Verteidigungsstrategie und übernahmerechtlichem Taktieren schwanken. Die reibungslose Anleihe-Platzierung liefert Argumente für die Eigenständigkeit – ob sie ausreichen, entscheidet sich in den kommenden Wochen.
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