BP Aktie: Bilanzkosmetik statt Transformation
BP stellt die Weichen neu – und das nicht zum ersten Mal. Der britische Energiekonzern, der einst unter dem Motto "Beyond Petroleum" eine grüne Zukunft versprach, dreht nun vollends um. Die jüngsten Quartalszahlen zeigen: BP konzentriert sich wieder auf Öl und Gas. Doch das hat seinen Preis.
Enttäuschende Zahlen und gestrichene Rückkäufe
Im vierten Quartal 2025 sank der zugrunde liegende Gewinn auf Basis der Wiederbeschaffungskosten auf 1,5 Milliarden Dollar – ein deutlicher Rückgang gegenüber 2,2 Milliarden Dollar im Vorquartal. Die Nettoschulden schrumpften zwar von 26,1 Milliarden auf 22,2 Milliarden Dollar, doch das lag vor allem an Verkaufserlösen in Höhe von 3,6 Milliarden Dollar. Der operative Cashflow erreichte 7,6 Milliarden Dollar, inklusive einer Freisetzung von Betriebskapital von 900 Millionen Dollar.
Die Dividende bleibt bei 8,32 Cent je Aktie stabil. Doch dann die Hiobsbotschaft: BP setzt Aktienrückkäufe aus. Stattdessen will das Unternehmen die Bilanz stärken und bis Ende 2027 die Nettoschulden auf 14 bis 18 Milliarden Dollar drücken. Der Grund dürfte klar sein – BP braucht finanziellen Spielraum für verstärkte Investitionen ins traditionelle Geschäft.
Wertberichtigungen belasten das Ergebnis
Unter dem Strich rutschte BP in die Verlustzone: Ein Minus von 3,4 Milliarden Dollar steht zu Buche. Verantwortlich dafür sind Wertberichtigungen in Höhe von 4 Milliarden Dollar nach Steuern – hauptsächlich in den sogenannten Transformationsbereichen. Die Botschaft ist unmissverständlich: Die grüne Wende rechnet sich nicht mehr.
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BP zieht damit die Konsequenzen aus einer Strategie, die an den Märkten nie wirklich zündete. Während Konkurrenten wie Shell einen Mittelweg suchten, versuchte BP den radikalen Schwenk zu nachhaltigen Energien. Doch der Kapitalmarkt honorierte das nicht – im Gegenteil. Die Investoren wollen sehen, dass BP wieder Geld mit dem verdient, was das Unternehmen am besten kann: Öl und Gas fördern.
Gas mit niedrigen Emissionen als Feigenblatt?
Immerhin versucht BP, das klassische Geschäft grüner zu gestalten. Das Unternehmen vermarktet künftig zertifiziertes Gas aus dem niederländisch-deutschen N05-A-Projekt in der Nordsee – der ersten Gasförderanlage mit MiQ-Zertifizierung der höchsten Stufe A. Die Anlage wird vollständig mit Strom aus dem Offshore-Windpark Riffgat betrieben und soll nahezu emissionsfrei arbeiten.
Ob das die Anleger beeindruckt, darf bezweifelt werden. BP bleibt ein fossiles Unternehmen – nur eben eines, das jetzt versucht, sein Kerngeschäft effizienter und weniger schädlich zu gestalten. Die Transformation ist Geschichte. Was bleibt, ist die alte Realität mit einem neuen grünen Anstrich.
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