Die Lufthansa steht vor einem massiven Ausfall: Für diesen Donnerstag haben gleich zwei Gewerkschaften zu ganztägigen Streiks aufgerufen. Betroffen sind sämtliche Abflüge der Kerngesellschaft Lufthansa sowie der Frachttochter Lufthansa Cargo und der Regionaltochter Cityline von deutschen Flughäfen. Die Airline hat bereits umfangreiche Flugstreichungen angekündigt – auf den Abflugtafeln in Frankfurt und München sind nur noch vereinzelte Verbindungen zu sehen.

Für Zehntausende Passagiere bedeutet das Chaos pur. Die größten deutschen Drehkreuze Frankfurt und München sind ebenso betroffen wie Hamburg, Berlin, Düsseldorf, Köln, Stuttgart, Bremen und Hannover. Ursprünglich waren allein in Frankfurt 1.074 Flugbewegungen mit rund 140.000 Passagieren geplant. Marktbeobachter rechnen damit, dass mehr als 200 Starts der Lufthansa Classic ausfallen werden.

Doppelter Druck auf das Management

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit fordert höhere Arbeitgeberbeiträge zu den Betriebs- und Übergangsrenten. Bereits seit Herbst 2025 liegt eine Urabstimmung vor, die mit deutlicher Mehrheit für Streiks votierte. Nach sieben ergebnislosen Verhandlungsrunden blieb das letzte Angebot der Gewerkschaft ohne Reaktion seitens der Lufthansa.

Parallel ruft die Kabinengewerkschaft UFO zum Warnstreik auf – und das ohne vorherige Urabstimmung der knapp 20.000 Beschäftigten. UFO will Verhandlungen über Tarifverträge bei der Kerngesellschaft und einen Sozialplan für die rund 800 bedrohten Jobs bei Cityline erzwingen. Die Regionaltochter mit etwa 30 Flugzeugen steht vor dem Aus.

Konzernstrategie im Kreuzfeuer

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Im Hintergrund schwelt ein grundsätzlicher Konflikt: Das fliegende Personal wehrt sich gegen die Strategie des Vorstands, mit neu gegründeten Flugbetrieben wie Discover und City Airlines die etablierten Airlines unter Druck zu setzen. Diese neuen Gesellschaften sollen touristische Flüge und Zubringerverkehr mit günstigeren Crews abwickeln – und bekommen die neuen Flugzeuge zugeteilt.

Personalvorstand Michael Niggemann konterte scharf: Die Forderungen bedeuteten weitere starke Kostensteigerungen bei der Kerngesellschaft, wo es keinerlei Spielraum gebe. Die Piloten gingen bereits mit durchschnittlich 8.400 Euro monatlich in den Ruhestand. „Wir können eine Top-Versorgung nicht einfach noch mal verdoppeln", so Niggemann. Bei der Kabine liege die Produktivität bereits 10 bis 20 Prozent hinter dem Wettbewerb.

Die Lufthansa Classic war 2024 in die Verlustzone gerutscht und soll mit einem Sanierungsprogramm namens „Turnaround" wieder auf Kurs gebracht werden. Am 6. März legt der MDAX-Konzern neue Zahlen vor – auch zur Lage der angeschlagenen Kerngesellschaft.

Betroffene Passagiere können ihre Tickets kostenlos umbuchen oder bei innerdeutschen Verbindungen in Bahntickets umwandeln. Nicht bestreikt werden die Töchter Eurowings, Discover sowie die ausländischen Gesellschaften Swiss, Austrian, ITA und Brussels Airlines.

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