BMW Aktie: Gemischte Signale
BMW meldet in den USA ein neues Absatzrekordjahr, gleichzeitig brechen im wichtigen vierten Quartal die Elektroauto-Verkäufe deutlich ein. Dazu kommen Hinweise auf neue Preissenkungen in China – ein ungemütlicher Mix für die Margen. Die Aktie pendelt in diesem Spannungsfeld knapp unter ihrem Jahreshoch und sucht nach Orientierung.
US-Rekordjahr mit Bruch im Elektrotrend
BMW of North America hat für 2025 das dritte Rekordjahr in Folge gemeldet. Der Absatz der Kernmarke in den USA stieg um 4,7 Prozent auf 388.897 Fahrzeuge. Auf Jahressicht steht das klassische Premiumgeschäft damit solide da.
Im Schlussquartal 2025 zeigt sich jedoch ein anderer Trend. Die Gesamtverkäufe im vierten Quartal gingen um 3,4 Prozent zurück. Besonders deutlich ist der Einschnitt bei batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV): Nach einem starken Vorjahr sackten die BEV-Verkäufe im US-Q4 um 45,5 Prozent ab. Marktbeobachter erklären das vor allem mit veränderten staatlichen Förderbedingungen und einer abkühlenden Nachfrage nach reinen Stromern.
Auffällig ist zugleich die Verschiebung innerhalb des Antriebs-Mix: Plug-in-Hybride (PHEV) legten im selben Zeitraum um rund 30 Prozent zu. BMW profitiert damit von seiner technologieoffenen Strategie, die nicht nur auf reine Elektroautos setzt.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- US-Absatz 2025: +4,7 % auf 388.897 Fahrzeuge (drittes Rekordjahr in Folge)
- Q4 2025: Gesamtabsatz -3,4 %
- BEV-Verkäufe Q4 USA: -45,5 % gegenüber Vorjahr
- PHEV-Absatz: rund +30 %
- Berichte über neue Preissenkungen in China zum Jahresstart 2026
- Alpina seit 1. Januar 2026 vollständig in BMW integriert
Preisdruck in China und Alpina als Luxusbaustein
Parallel zu den US-Zahlen rücken heute Meldungen aus China in den Fokus. Branchenquellen zufolge passt BMW zum Jahresbeginn 2026 die Preise ausgewählter Modelle im dortigen Markt an. Hintergrund ist ein intensiver Preiskampf, der den gesamten chinesischen Automarkt erfasst hat. Gerade westliche Premiumhersteller geraten hier zunehmend unter Druck, da Rabatte und Sonderaktionen auf die Margen schlagen.
Strategisch setzt der Konzern am oberen Ende der Preisskala einen Kontrapunkt: Seit dem 1. Januar 2026 ist die Marke Alpina vollständig in die BMW Group integriert. Die Übernahme der Markenrechte des langjährigen Veredelungspartners war seit Längerem vorbereitet und ist nun abgeschlossen. Alpina soll als eigenständige Luxus-Submarke das Portfolio nach oben abrunden und mittelfristig zur Margenstärkung beitragen.
Damit treffen kurzfristiger Preisdruck in China und ein langfristig angelegter Ausbau des Luxussegments zeitlich aufeinander – ein Kontrast, der die strategische Neuausrichtung gut illustriert.
Marktumfeld, Analystensicht und Kurslage
Die aktuellen Nachrichten erreichen den Titel in einer Phase erhöhter Skepsis gegenüber der Elektromobilität. Der deutliche Rückgang der BEV-Verkäufe im US-Schlussquartal bestätigt Befürchtungen, dass der frühere EV-Boom an Dynamik verliert und Hersteller mit hohen Investitionen nun auf Überkapazitäten und veränderte Kundenpräferenzen treffen könnten. Gleichzeitig wird positiv vermerkt, dass BMW dank starker Hybridnachfrage den US-Gesamtabsatz 2025 dennoch steigern konnte.
Analystisch bleibt der Ton verhalten: Die kanadische Bank RBC bestätigt ihre Einstufung „Sector Perform“ und sieht das Kursziel bei 86 Euro. Entscheidend sei aus Sicht der Experten die Preissetzungsmacht der Premiumhersteller im Jahr 2026 – insbesondere vor dem Hintergrund des Preiskampfes in China.
An der Börse spiegelt sich diese ambivalente Lage in einer moderaten Konsolidierung wider. Heute liegt der Kurs bei etwa 92,10 Euro, rund 0,6 Prozent unter dem Vortag. Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich ein Minus von 3,7 Prozent. Gleichzeitig notiert die Aktie nur gut fünf Prozent unter dem 52‑Wochen-Hoch von 97,12 Euro und rund zehn Prozent über dem 200‑Tage-Durchschnitt, was insgesamt auf einen übergeordnet intakten Aufwärtstrend hindeutet.
Der RSI (14 Tage) bei 36,7 signalisiert, dass der Titel zwar angeschlagen ist, aber noch nicht im klar überverkauften Bereich liegt.
Charttechnik und Ausblick auf 2026
Charttechnisch bewegt sich die Aktie derzeit in der Nähe einer kurzfristig wichtigen Unterstützungszone um 92 Euro. Der Kurs liegt knapp über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 91,10 Euro und spürbar über dem 200‑Tage-Durchschnitt bei 83,50 Euro. Ein nachhaltiger Rutsch unter die 92‑Euro-Marke könnte zusätzlichen Abgabedruck auslösen, während eine Stabilisierung und anschließende Rückkehr in Richtung 95 Euro ein Signal für eine Fortsetzung des längerfristigen Aufwärtstrends wäre.
Inhaltlich richtet sich der Blick nun auf die anstehende Bilanzpressekonferenz und den Ausblick für 2026. Im Mittelpunkt stehen dabei drei Punkte:
erstens der Umgang mit den Preisanpassungen in China und deren Einfluss auf die Margen,
zweitens die weitere Entwicklung der Nachfrage nach BEV und PHEV in den Kernregionen,
drittens die Vorbereitung auf die Einführung der „Neuen Klasse“, die Ende 2026/Anfang 2027 zusätzliche Impulse für das Produktportfolio bringen soll.
Damit ist die Lage klar umrissen: Kurzfristig entscheidet sich an der Kombination aus China-Preisen und US-Nachfrage, ob die aktuelle Konsolidierung der Aktie anhält, während mittel- bis langfristig vor allem der Erfolg der neuen Modellgeneration über das weitere Potenzial des Titels bestimmen dürfte.
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