Marcus Hiller ist Geschichte. Der erst im März 2025 als Vorstandschef angetretene Manager verlässt die BayWa bereits zum 31. Juli wieder – seine Aufgaben als CEO enden sogar mit sofortiger Wirkung. Offiziell heißt es „einvernehmlich", die Begründung des Aufsichtsrats: „unterschiedliche Auffassungen über die mittel- bis langfristige Strategie". Nach nur fünf Monaten im Amt muss Hiller den Hut nehmen. Ein Nachfolger? Fehlanzeige. Seine Aufgaben werden unter den verbliebenen drei Vorständen aufgeteilt.

Sanierung läuft – oder doch nicht?

Der Aufsichtsratsvorsitzende Gregor Scheller beteuert, die eingeleitete Restrukturierung verlaufe „nach Plan" und werde weiter vorangetrieben. Der Sanierungsplan bis Ende 2028 soll unverändert bleiben. Klingt beruhigend. Doch wenn der Chef nach einem halben Jahr schon wieder geht, wirft das Fragen auf.

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Hiller sollte eigentlich gemeinsam mit Sanierungsvorstand Michael Baur, geholt von der Unternehmensberatung Alix Partners, den Konzern neu aufstellen. Die Rollenverteilung: Baur führt Regie bei der Sanierung, Hiller treibt die Neuaufstellung des Geschäfts voran. Offenbar hat diese Konstellation nicht funktioniert. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hatte bereits Tage zuvor berichtet, dass Hillers Stuhl wackelte. Der Aufsichtsrat tagte mehrfach. Auch Hillers Vorgänger Marcus Pöllinger musste nach kurzer Amtszeit vorzeitig das Handtuch werfen.

5,4 Milliarden Euro Schulden drücken

Die BayWa steckt tief in der Krise. Im Sommer 2024 geriet der Konzern in Schieflage – einer der größten Sanierungsfälle in Deutschland. Der Hauptgrund: erdrückende Zinszahlungen auf 5,4 Milliarden Euro Bankkredite. Der Sanierungsplan sieht vor, vier Milliarden Euro Schulden abzubauen. Dafür müssen rund zwei Drittel der früheren Geschäfte verkauft werden – im Wesentlichen die auf Kredit gekauften Auslandstöchter aus den 2010er Jahren.

Die Belegschaft zahlt ebenfalls einen hohen Preis. Ende 2023 beschäftigte die BayWa über 23.000 Menschen weltweit, am Ende der Sanierung könnten nur noch etwa 8.000 übrig bleiben. Der Konzern wird auf einen weitgehend auf Deutschland beschränkten Händler zurückgestutzt.

Für die Aktie bleibt die Lage angespannt. Die BayWa verlor binnen eines Jahres rund 73 Prozent an Wert. Ob die Sanierung ohne klare Führung an der Spitze gelingt, bleibt mehr als fraglich.

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