Der Leverkusener Konzern navigiert durch eine der komplexesten Phasen seiner jüngeren Geschichte. Während das lukrative Patent für den Blutgerinnungshemmer Xarelto nun auch in Europa abgelaufen ist, rücken im Hintergrund entscheidende Termine für den milliardenschweren Glyphosat-Vergleich näher. Für Anleger verdichtet sich die Nachrichtenlage auf wenige, aber richtungsweisende Daten im Frühjahr 2026.

Pharma-Sparte sucht Ausgleich

Im Pharmageschäft hinterlässt das Ende der Exklusivität für den einstigen Kassenschlager Xarelto deutliche Spuren. Nachdem das US-Patent bereits 2024 endete, lief im Januar 2026 auch das europäische Dosierungspatent aus. Generikahersteller drängen nun massiv auf den Markt. Um die wegbrechenden Umsätze abzufedern, müssen die neuen Hoffnungsträger – das Prostatakrebsmittel Nubeqa und das Nierenpräparat Kerendia – zügig Marktanteile gewinnen. Bayer erwartet für das laufende Jahr auf währungsbereinigter Basis insgesamt stabile Umsätze.

Juristische Meilensteine im Frühjahr

Parallel dazu fordert die juristische Aufarbeitung der Monsanto-Übernahme weiterhin erhebliche finanzielle Ressourcen. Das Geschäftsjahr 2025 schloss aufgrund hoher Sonderaufwendungen für Rechtsstreitigkeiten mit einem negativen Nettoergebnis von 3,62 Milliarden Euro ab. Nun zeichnet sich ein präziser Zeitplan für den vorgeschlagenen 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich im Roundup-Komplex ab:

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  • 24. April 2026: Hauptversammlung mit Abstimmung über die Dividende von 0,11 Euro.
  • 27. April 2026: Anhörung vor dem US Supreme Court zur möglichen Einschränkung der Klagen.
  • 4. Juni 2026: Ablauf der Widerspruchsfrist für Kläger im Settlement.
  • 9. Juli 2026: Abschließende gerichtliche Anhörung zur Genehmigung des Vergleichs.

Sparkurs trifft auf Marktskepsis

Um die finanzielle Basis für diese juristischen und operativen Herausforderungen zu stärken, treibt das Management ein tiefgreifendes Restrukturierungsprogramm voran. Das Ziel sind Einsparungen von zwei Milliarden Euro in der Organisationsstruktur.

Am Aktienmarkt spiegelt sich diese Gemengelage in einer spürbaren Zurückhaltung wider. Zwar verzeichnet das Papier auf Sicht von zwölf Monaten noch ein Plus von fast 59 Prozent, in den vergangenen 30 Tagen verlor der Titel allerdings rund 21 Prozent an Wert. Aktuell notiert die Aktie bei 38,67 Euro. Damit hält der Kurs einen deutlichen Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 49,17 Euro, das noch Mitte Februar erreicht wurde.

Die kommenden Monate verlangen dem Management eine präzise Umsetzung ab. Gelingt es, die Teilnahmequote beim Glyphosat-Vergleich wie von CEO Bill Anderson gefordert nahe an die 100-Prozent-Marke zu bringen, würde dies einen erheblichen Unsicherheitsfaktor aus der Unternehmensbewertung nehmen. Bis zur endgültigen gerichtlichen Klärung im Sommer bleibt die Skalierung der neuen Pharma-Produkte der wichtigste fundamentale Stabilisator für den Konzern.

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