Seit der Monsanto-Übernahme 2018 kämpft Bayer an einem juristischen Dauerschauplatz. Nun verdichten sich die Ereignisse: Settlement, Supreme Court, Staatsgesetze und ein frisches Analysten-Upgrade treffen gleichzeitig aufeinander – das zweite Quartal 2026 könnte für den Konzern zur Richtungsentscheidung werden.

Settlement mit engem Zeitfenster

Am 4. März erteilte ein Richter in St. Louis die vorläufige Genehmigung für einen Klassenvergleich zu Roundup-Klagen wegen Non-Hodgkin-Lymphom. Das Settlement soll über bis zu 21 Jahre finanziert werden. Bis zum 4. Juni läuft die Opt-out-Frist, in der Klassenmitglieder austreten oder Einwände einreichen können.

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Bayer hat bereits mehr als 10 Milliarden Dollar für Roundup-Fälle ausgegeben. Rund 65.000 Klagen sind noch offen. Das Unternehmen hat klargestellt, dass eine Beteiligung nahe 100 Prozent nötig ist, damit das Framework trägt.

Supreme Court und Staatsebene als parallele Hebel

Am 27. April beginnen die mündlichen Verhandlungen vor dem US Supreme Court. Bayer argumentiert, das Bundesgesetz FIFRA habe Vorrang vor staatlichen Warnhinweisgesetzen – ein Urteil zugunsten des Konzerns würde Non-Hodgkin-Lymphom-Klagen landesweit untergraben. Die Entscheidung wird bis Ende Juni erwartet.

Fällt das Urteil gegen Bayer aus, könnte das Settlement allein das Litigationsrisiko nicht ausreichend eindämmen. Ein günstiges Votum hingegen würde die Lage grundlegend verändern.

Auf Staatsebene betreibt Bayer aktiv Lobbyarbeit. Georgia und North Dakota haben bereits 2025 Gesetze verabschiedet, die ein bundesweit registriertes Pestizid-Etikett als vollständige Verteidigung gegen Failure-to-Warn-Klagen anerkennen. Rund ein Dutzend ähnlicher Entwürfe ist in weiteren Staatsparlamente anhängig.

UBS stuft hoch – Kerngeschäft als Stütze

UBS hat die Aktie nach dem Gerichtsbeschluss vom 4. März hochgestuft. Der zuständige Analyst verweist dabei nicht nur auf den juristischen Fortschritt, sondern auch auf das Pharmageschäft: Nubeqa und Kerendia übertreffen weiterhin die Markterwartungen.

Barclays-Analyst Charles Pitman-King sieht in neueren Präparaten wie Kerendia, Beyonttra und Lynkuet ausreichend Potenzial, um die absehbaren Umsatzrückgänge durch auslaufende Patente bei Xarelto und Eylea zu kompensieren. Er prognostiziert eine Rückkehr zu mittlerem einstelligem Wachstum ab 2027.

Operativ steht Bayer auf solider Basis: Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz von 45 bis 47 Milliarden Euro. Der freie Cashflow dürfte wegen der Settlement-Zahlungen negativ ausfallen – ein Belastungsfaktor, der sich im aktuellen Kurs von rund 39,88 Euro widerspiegelt, gut 19 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch.

Die drei Termine – 27. April, 4. Juni und das Supreme-Court-Urteil Ende Juni – bilden eine dichte Abfolge. Ob Bayer die Glyphosat-Litigation strukturell hinter sich lässt, entscheidet sich in den kommenden drei Monaten.

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