Solide Zahlen, bestätigte Ziele, ein ambitionierter neuer Chef — und trotzdem bricht die Aktie heute um fast zehn Prozent ein. Was auf den ersten Blick wie ein Widerspruch wirkt, erklärt sich mit einem Blick auf das größere Bild: Der eskalierende Konflikt im Nahen Osten hat die Energiemärkte erschüttert und die Zinshoffnungen der Anleger zunichte gemacht.

Der Rohölpreis der Sorte Brent schoss heute um rund sieben Prozent auf über 115 Dollar je Barrel. Europäische Gaspreise sprangen sogar um rund 25 Prozent nach oben — ausgelöst durch Angriffe auf kritische Energieinfrastruktur in der Golfregion. Fed-Chef Powell machte in seiner gestrigen Pressekonferenz klar, dass die Notenbank die Inflationsfolgen noch nicht abschätzen kann. Zinssenkungen rücken damit in weite Ferne, manche Beobachter diskutieren sogar wieder über mögliche Leitzinsanhebungen.

Für den Immobiliensektor ist das eine toxische Kombination. Steigende Anleiherenditen verteuern die Refinanzierung, erschweren kreditfinanzierte Zukäufe und drücken die Bewertungen. JPMorgan-Analyst Neil Green brachte es auf den Punkt: Die globalen Ereignisse ließen die inflationären Risiken steigen — und damit genau jene Renditeniveaus, die deutschen Wohnimmobilienwerten erfahrungsgemäß zu schaffen machen. Andere Branchentitel litten ebenfalls: LEG Immobilien verlor rund sieben Prozent, TAG Immobilien sogar fast acht Prozent.

Was die Zahlen eigentlich zeigen

Dabei war der Geschäftsbericht, den Vonovia heute vorlegte, alles andere als enttäuschend. Das bereinigte EBITDA stieg 2025 um sechs Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der bereinigte Gewinn wuchs auf 1,54 Milliarden Euro, die Dividende soll um 2,5 Prozent auf 1,25 Euro je Aktie steigen. Und nach zwei Jahren mit Abwertungen drehten die Immobilienwerte im Portfolio erstmals seit 2022 ins Plus — auf vergleichbarer Basis ein Zuwachs von 1,8 Prozent. Der Gesamtwert des Bestands kletterte auf 84,4 Milliarden Euro.

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Konzernchef Luka Mucic, seit Januar im Amt, trat dabei nicht auf die Euphoriebremse. Er kündigte an, den Schuldenabbau zu beschleunigen: Bis Ende 2028 soll der Verschuldungsgrad von aktuell 45,4 auf rund 40 Prozent sinken. Dazu plant Vonovia Verkäufe im Volumen von fünf Milliarden Euro — darunter Gewerbe- und Pflegeimmobilien sowie nicht-strategische Beteiligungen. Gleichzeitig will der Konzern das Privatisierungsgeschäft ausweiten und künftig jährlich 3.000 bis 3.500 Wohnungen an Mieter oder Dritte veräußern, nach rund 2.300 im vergangenen Jahr.

Makro schlägt Mikro

Gute operative Zahlen können ein feindliches Zinsumfeld eben nicht kompensieren — das ist die bittere Lektion des heutigen Handelstags. Der DAX selbst rutschte um 2,1 Prozent auf rund 23.010 Punkte ab und kämpfte zeitweise mit der psychologisch wichtigen 23.000er-Marke.

Solange die Lage im Nahen Osten unberechenbar bleibt und die Notenbanken ihren Kurs nicht klären können, dürfte der Gegenwind für den gesamten Sektor anhalten.

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