Bayer Aktie: Lautlose Gefahr?
Der 7,25-Milliarden-Dollar-Vergleich im Roundup-Streit sollte Bayer endlich Luft verschaffen. Doch jetzt formiert sich massiver Widerstand: 14 Anwaltskanzleien, die rund 20.000 Kläger vertreten, wollen die für Mittwoch angesetzte Anhörung stoppen. Gleichzeitig muss der Konzern seine Jahreszahlen präsentieren – samt drastisch erhöhten Rückstellungen.
Organisierter Widerstand gegen den Deal
Die Anwaltskanzleien haben beim Gericht in St. Louis eine Verschiebung der Anhörung um mindestens 60 Tage beantragt. Ihr Argument: Das über 600 Seiten umfassende Vergleichspaket hätten sie erst Mitte Februar erhalten – viel zu spät für eine gründliche Prüfung. Ein überhastetes Vorgehen verletze die Rechte von Krebspatienten und deren Familien.
Dass Bayer und die beteiligten Kanzleien knapp zwei Jahre an der Vereinbarung gearbeitet hatten, lassen die Kritiker nicht gelten. Der Antrag ist der erste größere koordinierte Widerstand gegen Bayers Versuch, den Großteil der noch rund 65.000 offenen Roundup-Klagen beizulegen.
Rückstellungen auf 11,8 Milliarden Euro gestiegen
Der finanzielle Druck durch die Rechtsstreitigkeiten zeigt sich bereits in der Bilanz. Die Rückstellungen und Verbindlichkeiten für Rechtsstreitigkeiten stiegen von 7,8 Milliarden Euro per 30. September 2025 auf nun 11,8 Milliarden Euro – davon allein 9,6 Milliarden Euro für Glyphosat.
Bayer rechnet mit litigationsbezogenen Auszahlungen von rund 5 Milliarden Euro im Jahr 2026 und erwartet daher einen negativen Free Cashflow. Die kurzfristige Finanzierung läuft über eine Kreditlinie von 8 Milliarden US-Dollar. Langfristig plant der Konzern die Refinanzierung über Anleihen – eine Kapitalerhöhung ist nicht vorgesehen.
Doppelschlag am 4. März
Der kommende Mittwoch wird zum Nadelöhr: Um 6:30 Uhr präsentiert Bayer die Jahreszahlen 2025 samt Prognose für 2026. Zeitgleich ist die vorläufige Vergleichsanhörung in Missouri angesetzt. Ob der ehrgeizige Zeitplan hält, entscheidet das Gericht in den nächsten Tagen.
Parallel verfolgt Bayer eine juristische Flanke auf höchster Ebene. Am 27. April wird der Supreme Court Argumente hören, ob US-Bundesrecht die Klagen wegen fehlender Warnhinweise womöglich grundsätzlich ausschließt. Ein günstiges Urteil bis Juni könnte die Klagewelle deutlich eindämmen und rund 65.000 anhängigen Klagen die rechtliche Grundlage entziehen.
Was auf dem Spiel steht
Der neue Vergleichsvorschlag ist als langfristiges Entschädigungsprogramm mit einer Laufzeit von bis zu 21 Jahren konzipiert und soll sowohl aktuelle als auch künftige Anspruchsteller abdecken. Bayer kann sich jedoch vom Vergleich zurückziehen, falls sich zu viele Kläger gegen eine Teilnahme entscheiden.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob die Anhörung wie geplant stattfindet oder verschoben wird. Das Risikoprofil bleibt außergewöhnlich hoch – sowohl juristisch als auch operativ.
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