Bei Mercedes-Benz geht es diese Woche um mehr als nur die letzten Details eines schwierigen Jahres. Am Mittwoch legt der Konzern den vollständigen Geschäftsbericht für 2025 vor – und damit auch die Messlatte dafür, ob Sparkurs, Kapazitätsanpassungen und Produktoffensive glaubwürdig zusammenpassen. Entscheidend wird sein: Kann der Konzern den Ergebniseinbruch aus 2025 mit konkreten Fortschritten beim Umbau kontern?

Heute notiert die Mercedes-Benz Aktie bei 57,60 Euro (-2,04%). Damit bleibt der Titel kurzfristig unter seinem 50-Tage-Durchschnitt, während der RSI mit 36,3 auf ein schwaches Momentum hindeutet.

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2025: Ergebnis unter Druck, China als Bremsklotz

Die vorläufigen Zahlen zeichnen ein klares Bild: 2025 hat Mercedes-Benz spürbar an Ertragskraft verloren. Das Konzernergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr um rund 49% von 10,4 Mrd. Euro auf 5,3 Mrd. Euro. Als Belastungsfaktoren nannte der Konzern unter anderem Zölle, negative Wechselkurseffekte und den intensiven Wettbewerb in China.

Auch beim Umsatz ging es zurück: minus 9% auf 132,2 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel um 57% auf 5,82 Mrd. Euro, das bereinigte EBIT lag bei 8,2 Mrd. Euro (2024: 13,7 Mrd. Euro). Im vierten Quartal blieb das bereinigte EBIT mit 1,60 Mrd. Euro unter dem Konsens von 1,93 Mrd. Euro, auch der Umsatz verfehlte die Erwartungen.

Beim Absatz zeigte sich das Problem besonders deutlich in China: Weltweit gingen die Verkäufe um 10% auf rund 2,16 Mio. Pkw und Vans zurück, in China betrug das Minus 19%. Das ist heikel, weil fast ein Drittel der Pkw-Verkäufe 2025 dort stattfand.

Sparkurs, Kapazitäten – und eine gekürzte Dividende

Auf den Gewinndruck reagiert Mercedes-Benz mit einem breiten Umbauprogramm. Bis 2027 sollen die Produktionskosten um 10% gegenüber 2024 sinken, Material- und Fixkosten sollen ebenfalls weiter reduziert werden. Parallel wird die globale Produktionskapazität bis 2028 auf rund 2,2 Mio. Einheiten angepasst. Das COMPAS-Montagewerk in Aguascalientes (Gemeinschaftsunternehmen) soll 2026 schließen.

Für Aktionäre ist vor allem die Dividende ein Signal: Auf der Hauptversammlung am 16. April 2026 soll eine Ausschüttung von 3,50 Euro je Aktie vorgeschlagen werden (2024: 4,30 Euro). Gleichzeitig läuft seit November 2025 ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 2 Mrd. Euro; bis Ende 2025 wurden rund 300 Mio. Euro umgesetzt, für 2026 verbleiben damit bis zu 1,7 Mrd. Euro.

Produktoffensive und Ausblick: 2026 soll das EBIT steigen

Gegen den Gegenwind setzt Mercedes-Benz auf Tempo bei neuen Modellen: Mehr als 40 neue Fahrzeuge innerhalb von drei Jahren – 2026 soll das Programm weiter Fahrt aufnehmen. Der Konzern verweist auf starke Nachfrage etwa nach neuem CLA, GLC und S-Klasse sowie auf gut gefüllte Auftragsbücher „bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026“, produziert werde im Dreischichtbetrieb.

Der Ausblick für 2026 fällt entsprechend konstruktiv aus: Mercedes-Benz erwartet Umsatz auf Vorjahresniveau, ein Group-EBIT deutlich über dem Vorjahreswert und einen Free Cash Flow des Industriegeschäfts leicht unter 2025. In der Pkw-Sparte wird eine bereinigte Umsatzrendite von 3 bis 5% angepeilt.

Wichtig wird dabei der Kalender: Am 4. März 2026 erscheint der vollständige Jahresfinanzbericht, am 16. April folgt die Hauptversammlung (inklusive Dividendenbeschluss) und am 29. April 2026 legt der Konzern die Q1-Zahlen vor. Spätestens dann zeigt sich, ob sich die Kombination aus Kostenprogramm und Modell-Offensive schon in belastbaren Kennzahlen niederschlägt.

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