Heute wird es strategisch: Für das kanadische U‑Boot-Programm läuft die Frist für die finalen Angebote ab – und TKMS ist einer von zwei verbliebenen Kandidaten. Parallel verdichten sich die Signale aus dem operativen Geschäft: Rekord-Auftragsbestand, angehobene Prognose und weitere Großprojekte in der Pipeline. Kann der Konzern die politische Vergabe-Logik in Kanada mit industriellen Zusagen zu seinen Gunsten drehen?

Kanada: Finale Angebote – Industriepaket zählt

In Kanada ist das Rennen um eine neue U‑Boot-Flotte in die entscheidende Phase gegangen. Ottawa will bis zu zwölf konventionelle U‑Boote beschaffen und sie bis 2032 in Dienst stellen. Hintergrund ist der absehbare Ersatzbedarf: Die Victoria‑Klasse der Royal Canadian Navy soll im nächsten Jahrzehnt ausgemustert werden.

Im Finale stehen Südkoreas Hanwha Oceans und ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) – letztere im Konsortium mit Deutschland und Norwegen. Das reine U‑Boot-Auftragsvolumen wird auf mehr als 10 Milliarden Euro geschätzt und gehört zu den größten Rüstungsbeschaffungen in Kanadas Geschichte.

Entscheidend ist dabei nicht nur die Technik. Kanadas Staatssekretär für Rüstungsbeschaffung hatte im Februar betont, dass wirtschaftliche und industrielle Vorteile für Kanada eine wichtige Rolle spielen sollen. TKMS deutete an, Teile der Produktion nach Kanada zu verlagern. Zudem haben beide Bieter Vereinbarungen mit kanadischen Firmen geschlossen – flankiert von Gesprächen, die laut TKMS-CEO Oliver Burkhard über U‑Boote hinausgehen und mögliche Investitionen etwa in Seltene Erden, Bergbau, KI und Batteriefertigung umfassen.

Rekord-Auftragsbestand und höhere Prognose

Nur wenige Tage vor der Kanada-Deadline setzte TKMS auf der ersten ordentlichen Hauptversammlung als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen Akzente. Alle Tagesordnungspunkte wurden mit großer Mehrheit angenommen, während Vorstand und Aufsichtsrat die Strategie und den Wachstumspfad skizzierten.

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Operativ sticht vor allem der Auftragsbestand heraus: Zum Ende des ersten Quartals 2025/26 (Stichtag 31. Dezember 2025) meldete TKMS 18,7 Milliarden Euro – ein Rekordwert. Seitdem kamen weitere Aufträge aus Norwegen im Rahmen des U‑Boot-Programms 212CD hinzu. Gleichzeitig warten wichtige deutsche Projekte – darunter das MEKO A‑200 DEU-Projekt (künftig F128) – nach einer vorläufigen Einigung mit dem Bundesamt auf weitere Entscheidungen.

Auch der Ausblick wurde konkreter: Für 2025/26 erwartet TKMS nun ein Umsatzwachstum von +2 bis +5 Prozent (zuvor: -1 bis +2 Prozent). Die bereinigte EBIT-Marge soll auf über 6 Prozent steigen. Mittelfristig peilt das Unternehmen rund 10 Prozent Wachstum pro Jahr und eine EBIT-Marge von über 7 Prozent an. Zudem bleibt es beim Dividendenfahrplan: Die erste Dividende ist für das laufende Geschäftsjahr vorgesehen – Auszahlung damit im Jahr 2027 – mittelfristig mit einer Ausschüttungsquote von 30 bis 50 Prozent des Jahresergebnisses.

Indien und Ausbaupläne: Nächster Großauftrag rückt näher

Neben Kanada läuft auch in Indien ein Milliardenprojekt in Richtung nächste Etappe. Am 26. Februar 2026 meldete TKMS, die indische Marine habe die Kostenverhandlungen für den Bau von sechs diesel-elektrischen U‑Booten abgeschlossen. Das zuständige Cost Negotiation Committee bezifferte den Projektwert auf 66.000 bis 70.000 Crore Rupien – umgerechnet 8 bis 9 Milliarden US‑Dollar. Die Boote sollen auf einer weiterentwickelten Variante des Typs 214 basieren und bei Mazagon Dock Shipbuilders Limited gebaut werden.

Um den hohen Auftragsbestand abzuarbeiten und Skaleneffekte zu heben, plant TKMS zudem den Kapazitätsausbau. Ein neuer Hybridstandort in Wismar soll den Bau von U‑Booten, Fregatten und Spezialschiffen unterstützen. Gleichzeitig setzt das Unternehmen auf Wachstum bei unbemannten Plattformen, Marineelektronik, Systemvernetzung und KI. Ein sichtbares Signal: Am 25. Februar wurde zusammen mit Israel Aerospace Industries das autonome Unterwasserfahrzeug „BlueWhale“ an die Bundeswehr übergeben – als Teil der Marinestrategie „Kurs Marine 2035+“.

An der Börse bleibt die Lage trotz der guten Jahresbilanz nicht völlig gradlinig: Die TKMS-Aktie steht heute bei 96,70 Euro (+2,33%). Auf Sicht von 30 Tagen liegt sie leicht im Minus (-2,42%), seit Jahresanfang jedoch deutlich im Plus (+39,64%) und nur rund 3,9% unter dem 52‑Wochen-Hoch von 100,60 Euro.

Zum Fahrplan: Ottawa rechnet laut Angaben aus dem Verfahren damit, den Gewinner voraussichtlich noch in diesem Jahr zu benennen; ein Abschluss des Vertrags ist bis Ende 2026 vorgesehen – die nächste große Wegmarke für TKMS, nachdem die Angebotsphase heute endet und in Indien die Kostenverhandlungen bereits abgeschlossen sind.

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