Evotec baut sich gerade an mehreren Stellen um – und will damit verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. Der Sandoz-Deal bringt Geld in die Kasse, das Sparprogramm soll die Kostenbasis drücken. Doch der eigentliche Lackmustest kommt mit dem Jahresbericht am 8. April: Liefert das Management dann eine Prognose, die die Turnaround-Story auch rechnerisch untermauert?

Sandoz-Deal und „Priority Reset“: Bilanz gestärkt, Fokus geschärft

Ein zentraler Baustein des Umbaus ist die Transaktion mit Sandoz. Evotec hat den Just-Evotec-Biologics-Standort Toulouse im Rahmen eines Kauf- und Lizenzabkommens übertragen; der Verkauf wurde im Dezember 2025 abgeschlossen. Finanziell geht es um rund 350 Mio. US-Dollar in bar sowie mehr als 300 Mio. US-Dollar an vorab vereinbarten Lizenzgebühren und Meilensteinzahlungen über die kommenden Jahre – plus mögliche Royalties auf bis zu zehn Biosimilars. Evotec spricht von einem unmittelbar ergebnisverbessernden Schritt und einem Element einer kapitalärmeren Strategie.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?

Parallel läuft das Restrukturierungsprogramm „Priority Reset“. Evotec konsolidiert Standorte, senkt Kosten und will sich stärker auf margenstärkere Projekte und Technologielizenzen konzentrieren. Laut Unternehmen liegen die Kostensenkungen bereits über den ursprünglichen Zielen. Zudem soll das Projekt-Portfolio um etwa 30% reduziert werden.

Operativ bleibt der Druck spürbar

Trotz der Maßnahmen zeigt das Tagesgeschäft zuletzt noch Schwäche. In den ersten neun Monaten 2025 fielen die Gruppenerlöse auf 535,1 Mio. Euro, ein Minus von 7,1% gegenüber dem Vorjahr. Just-Evotec Biologics wuchs dagegen mit 143,4 Mio. Euro Umsatz um 11,3%.

Beim bereinigten Gruppen-EBITDA stand nach neun Monaten ein Verlust von 16,9 Mio. Euro – belastet durch Unterauslastung und Fixkosten. Evotec verweist auf ein weiterhin schwieriges Marktumfeld in der Wirkstoffforschung: Nach dem Pandemie-Boom sei die Investitionsbereitschaft teils gedämpft, zudem seien Umsätze mit Pharmapartnern zeitlich gestaffelt. Eine Erholung erwartet das Unternehmen ab 2026.

Für 2025 bestätigt Evotec die Eckdaten von 760 bis 800 Mio. Euro Umsatz und 30 bis 50 Mio. Euro bereinigtem EBITDA. Auch das mittelfristige Zielbild bleibt unverändert: 8 bis 12% Umsatz-CAGR (2024–2028) sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von über 20% bis 2028.

Aktie: Unter den Durchschnitten – Blick auf April

Am Markt spiegelt sich die Skepsis weiterhin im Kursbild. Die Aktie notiert heute bei 5,71 Euro und liegt damit rund 8,23% unter dem Niveau von vor 30 Tagen. Gleichzeitig steht sie klar unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 6,25 Euro – ein Hinweis, dass der mittelfristige Trend noch nicht gedreht hat.

Auf Aktionärsseite gab es zuletzt Bewegung: Goldman Sachs überschritt am 13. Januar 2026 die Meldegrenze und hält nun 6,12% (zuvor 3,68%) – über Aktien und Finanzinstrumente. Zudem liegen Triton GP HoldCo SARL und die Mubadala Investment Company jeweils über 5%.

Am 8. April mit dem Jahresbericht 2025 muss Evotec dann vor allem eines liefern: eine konkrete Prognose für 2026, die zeigt, wie die Kombination aus Portfoliokürzung, Kostensenkungen und strategischem Fokus die Profitabilität tatsächlich Richtung Gewinnschwelle schiebt. Kurz darauf folgt zusätzlich die Q1-Mitteilung Anfang Mai – dort dürften erste Indikatoren sichtbar werden, ob der Umbau auch operativ greift.

Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 02. März liefert die Antwort:

Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...